Tagesschau – die erfolgreichste Nachrichtensendung Europas

Die Tagesschau ist die älteste und meistgesehene Nachrichtensendung des deutschsprachigen Fernsehens. Gesendet wird seit 1952 und seit 1992 gibt es mehrere Sendungen täglich. Die Haupsendung bleibt aber die um 20 Uhr – ebenjene sehen über 10 Millionen Menschen und das jeden Tag. Die Tagesschau versammelt damit allabendlich  so viele Menschen vor dem Fernseher, wie die Hauptnachrichtensendungen von ZDF, RTL, Sat 1 und Pro7 zusammengerechnet*.

Wir haben Dr. Kai Gniffke, seines Zeichens Erster Chefredakteur von ARD aktuell und damit auch der Tagesschau und den Tagesthemen gebeten, uns etwas mehr über das Superlativ der erfolgreichsten Nachrichtensendung Deutschlands zu erzählen:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
ARD-aktuell ist die »Nachrichtenfabrik« der ARD. Hier werden täglich bis zu 20 Ausgaben für »Das Erste« sowie die Tagesthemen produziert. Zugleich informiert ARD-aktuell die Menschen in Deutschland den ganzen Tag über im Nachrichtenkanal »tagesschau24« über aktuelle Ereignisse. Und unterwegs halten wir die Menschen mit tagesschau.de, der Tagesschau-App und natürlich in sozialen Netzwerken auf dem Laufenden.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Täglich schalten durchschnittlich 10 Millionen Menschen um 20 Uhr die Tagesschau ein. Das sind so viele Zuschauer wie die Hauptnachrichtensendungen der vier nächst platzierten Anbieter im deutschen Fernsehen zusammengerechnet. Kein anderer Nachrichtenanbieter in Europa oder den USA erreicht diesen Spitzenwert.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Seit nunmehr 65 Jahren verlassen sich die Menschen in Deutschland Punkt 8 auf »ihre« Tagesschau. In dieser Zeit hat sich das Nachrichtenflaggschiff der ARD den Ruf erworben, ein zuverlässiger, kompetenter und seriöser Partner in Sachen Information zu sein, der niemandem seine Meinung vorschreibt. Dabei hat sich die Tagesschau auf allen Plattformen ständig verändert, und ist doch das geblieben, was sie immer war.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Der Erfolg der Tagesschau ist für uns kein Grund anzugeben, sondern bedeutet jeden Tag eine verdammt große Verantwortung unserem Publikum gegenüber. Aber natürlich sind wir auch ein bisschen stolz auf das Vertrauen, das man uns entgegenbringt. Warum sollte die Tagesschau dann also bei »Superlative – Made in Germany« fehlen?

Selbstverständlich wollten wir auch von Christoph Morlinghaus erfahren, wie es ist, in einem so außergewöhnlichen Ort zu fotografieren:

»Tatsächlich war der Besuch des Tagesschau-Studios mein zweites Mal: Bereits im Jahr 2000 durfte ich beim NDR fotografieren, damals sah das Studio natürlich noch ganz anders aus. Umso faszinierender war es für mich, meine alten Bilder mit dem neuen Einblick zu vergleichen – das heutige Studio ist eine begehbare Maschine, dadurch viel technisierter, räumlich kleiner und optisch ganz anders. Das Einzige, was sich nicht verändert hat ist die absurd hohe Anzahl an Fresnelscheinwerfern, die die gesamte Decke einnehmen.

An diesem Ort zu fotografieren war jedenfalls erneut eine besondere Erfahrung – da stand ich nun live in einer schon fast ikonischen Umgebung in der eine Sendung produziert wird, die viele Millionen Menschen jeden Tag im Fernsehen oder Internet sehen.

Für mein Bild hatte ich genau zweieinhalb Stunden Zeit, wurde gleichzeitig für einen Fernsehbeitrag in der Sendung DAS! gefilmt, von der verantwortlichen Redakteurin Johanna Lepére befragt und dann auch noch von zwei Leuten beim Arbeiten fotografiert. Das war schon ein gewisser Druck…

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich es geschafft habe, mich dennoch zu konzentrieren und vernünftige Bilder zu schießen. Das lag sicher auch nicht zuletzt an der unglaublich netten und entspannten Atmosphäre: Alle Mitarbeiter des NDR, die daran beteiligt waren, dass wir dort fotografieren dürfen, waren super hilfsbereit, haben Lichter ein und ausgemacht, den Hintergrund verändert und die Moderatorentische hoch- und runtergefahren, bis es gepasst hat und am Ende des Shootings durften wir sogar noch einen Blick in das alte Tagesschau-Studio werfen, in dem ich 2000 schon fotografiert hatte. Wirklich klasse!«

 

*Quelle für diese Zahlen sind die täglichen Erhebungen der Gesellschaft für Konsumformschung (GfK)

** Wenn Sie mehr über die Tagesschau in Hamburg erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

***Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Edda Fahrenhorst und Mike Gamio und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

****Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

Einunddreißig »Superlative — Made in Germany«

Bis heute haben wir einunddreißig »Superlative – Made in Germany« in ganz Deutschland und aus den verschiedensten Themengebieten fotografiert***:

AIRBUS in Hamburg – Endmontage für das größte Passagierflugzeug der Welt, den A380
• ATTA-HÖHLE in Attendorn – die größte Tropfsteinhöhle Deutschlands
AURUBIS in Hamburg – der größte Kupferproduzent und Kupferwiederverwerter Europas
AVG (Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln) in Köln – die durchsatzstärkste Müllverbrennungsanlage Deutschlands
CASINO BADEN-BADEN – das älteste Casino Deutschlands
CLAAS in Harsewinkel – der größte Landmaschinenhersteller Deutschlands
COMMERZBANK TOWER in Frankfurt – das höchste Gebäude Deutschlands
DEUTSCHES LUFT- UND RAUMFAHRTZENTRUM in Lampoldshausen – das Vinci-Triebwerk für die Ariane-2-Mission im Höhensimulationsprüfstand, der einzige in Deutschland
DOM TRIER – die älteste christliche Kirche Deutschlands
EMSFLOWER in Emsbüren – das größte Gewächshaus Deutschlands und Europas
EUROPEAN XFEL in Hamburg – der leistungsfähigste Röntgenlaser der Welt
FRAPORT in Frankfurt – die größte Flughafen-Gepäcklogistik Deutschlands
FRAUNHOFER IIS in Erlangen – das größte Schalllabor seiner Art Deutschlands
und Geburtsstätte des MP3-Formats
G20 in Hamburg – Deutschlands größter politischer Gipfel
GARZWEILER im Ruhrgebiet – das größte Braunkohlerevier Deutschlands
GLASHÜTTE LAMBERTS in Waldsassen– die größte Glashütte Deutschlands
GÜZ SCHNÖGGERSBURG – Deutschlands größtes Gefechtsübungszentrum
HELIOS ENDO-KLINIK in Hamburg – der größte Operationssaal Deutschlands
HERMES in Haldensleben – das größte E-Commerce-Warehouse Deutschlands
HOFBRÄU-FESTZELT in München – das größte Festzelt auf dem Oktoberfest
KINO LICHTBURG in Essen – das größte Kino in Deutschland
KOCHERTALBRÜCKE bei Geisslingen – die höchste Talbrücke Deutschlands
LANXESS-ARENA in Köln – die größte Mehrzweckhalle Deutschlands
LIEBEROSER WÜSTE – die größte Wüste Deutschlands
METROPOLITAN BACKLOT in Potsdam – die größte Außenkulisse Deutschlands
MEYER WERFT in Papenburg – die größte Werft Deutschlands
PHOENIX CONTACT in Blomberg – das leistungsstärkste Hochstromlabor Deutschlands
SYNLIGHT in Jülich – die größte künstliche Sonne der Welt
TAGESSCHAU in Hamburg – die erfolgreichste Nachrichtensendung Deutschlands
THERME ERDING – die größte Therme Deutschlands und Europas
ZENTRALMOSCHEE KÖLN – die größte Moschee Deutschlands

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne bei uns per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

***Diese Liste wird ständig aktualisiert, da wir laufend weiter fotografieren. Sollten einige der genannten Superlative noch nicht im Bild zu finden sein, so liegt das daran, dass die Farbnegativfilme gerade noch entwickelt, gescannt, bearbeitet und die Texte dazu geschrieben werden.

Aurubis – der größte Kupferproduzent Europas und Kupferrecyler der Welt

Kupfer leitet sehr gut Strom und Wärme, es ist korrosionsbeständig und hat einen antibakteriellen Effekt. In der Legierung mit Zink wird Kupfer zu Messing und in der Legierung mit (vor allem) Zinn wird aus Kupfer Bronze.

Mit diesen Eigenschaften gehört das Halbedelmetall – das übrigens zu den ältesten bekannten Metallen der Welt gehört und schon vor etwa 10.000 Jahren verarbeitet wurde – zu den Multitalenten unter den Metallen, das in der Anwendung in sehr vielen Bereichen des heutigen Lebens seinen Einsatz findet. Und nicht mehr wegzudenken ist: Elektrische Leitungen, Stromkabel, Cent-Münzen, Oberleitungen, Leiterplatten, Wasserrohre, Schaltkreise, Dächer, Transformatoren, Spulen und vieles mehr werden mit dem Werkstoff Kupfer hergestellt.

Um je nach Bedarf weiterverarbeitet zu werden, bedarf es allerdings als Ausgangspunkt möglichst reinen Kupfers. Und das wird im Hamburger Hafengebiet bei dem größten Kupferproduzenten Deutschlands und Europas, der Aurubis AG, erzeugt.

Der letzte Prozesschritt in der Kupferveredelung ist in dem Hamburger Traditionsunternehmen – das übrigens 1866 gegründet wurde – die Kupferelektrolyse. In den riesigen Becken findet die Feinreinigung des so genannten relativ unreinen Anodenkupfers statt und zwar mittels einer erwärmten schwefelsaueren Kupfersulfatlösung im Zusammenspiel mit elektrischem Strom. Der so entstehende chemische Prozess bewirkt, dass das Kupfer im ersten Schritt in Lösung geht und sich im zweiten Schritt als sehr reines Kuper in Form von Kathoden an Edelstahlplatten niederschlägt. Verunreinigungen und Begleitmetalle bleiben in Lösung oder sinken als Anodenschlamm nieder.

Das Ergebnis des Prozesses, der übrigens von dem Chemiker Emil Wohlwill entwickelt wurde und 1876 bei Aurubis – das damals noch Norddeutsche Affinerie hieß – weltweit erstmalig in einer dauerhaft arbeitenden Industrieanlage installiert wurde, ist Kupfer mit einer Reinheit von nahezu 100 Prozent. Genauer gesagt hat das  Kupfer aus dem Hause Aurubis einen Reinheitsgrad von 99,99 Prozent.

Da die Gewinnung von Kupfer aus der Erdkruste aber zunehmend komplexer wird, konzentriert sich Aurubis auf noch ein weiteres Geschäftsfeld: das Kupferrecycling. Denn Kupfer verbraucht sich nicht, es ist ohne Qualitätsverluste wiederherstellbar.

Auf dem Hof des Konzerns lagern entsprechend je nach Marktlage gewaltige Berge Kupferdrähte, Kupferbleche, Kupferabfälle und Altkupfer, die den gesamten Kupfererzeugungsprozess durchlaufen und am Ende wieder neu verarbeitet werden können.

Natürlich wollten wir auch von Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus wissen, wie sein Besuch bei der Aurubis AG aussah:

»Ich war schon neugierig auf Europas größten Kupferproduzenten, den man sonst nur von der Autobahn aus in der Peripherie Hamburgs vorbeiziehen sieht. Und was aus dem Auto heraus schon groß aussieht, stellte sich in der Realität als eine sehr große, in sich geschlossene »Industriestadt« heraus und das nur eine erstaunliche und gute Viertelstunde von Hamburgs Zentrum aus entfernt…

Dort angekommen, wurden wir sehr freundlich in Empfang genommen, erstmal in alle Sicherheitsvorkehrungen eingeweiht und mit Schutzkleidung versorgt: Helm, Brille, Weste, Schuhe und Arbeitsanzug. Derart sorgfältig ausstaffiert haben wir das Equipment geschultert und uns auf den Weg in die Elektrolyse gemacht. Das hat etwas länger gedauert, denn es war Pflicht, sich immer mit einer Hand am Handlauf festzuhalten, entsprechend waren wir quasi einhändig, das ist bei 100 Kilo Equipment schon sportlich.

Die Elektrolyse-Halle jedenfalls war schon sehr beeindruckend und mein Motiv zu finden war entsprechend eine leichtere Übung, zumal extra für das Foto die Plane entfernt wurde, die sonst über den Becken ausgebreitet ist und ich so einen ungehinderten Blick hatte.

Das zweite Motiv habe ich dann auf dem »Schrottplatz« fotografiert, auf dem mal mehr und mal weniger Kupferschrott zwischengelagert wird und dort auf seine Weiterverarbeitung wartet. Zwar hatten wir nicht mehr sehr viel Zeit, aber auch hier haben mich die Motive fast angesprungen und ich habe das Bild in nur zwanzig Minuten geschossen und wir waren fast auf die Sekunde pünktlich fertig!«

* Wenn Sie mehr über die Aurubis AG in Hamburg erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Mike Gamio und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

***Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

Hermes Fulfilment – das größte E-Commerce Warehouse Deutschlands

Akkubohrer, Tennisschläger, Sandkastensand oder eine die neuesten Sneaker: Beinahe alle Wünsche lassen sich zu jedem Anlass und zu jeder Tages- und Nachtzeit erfüllen – mit einer Bestellung im Online-Shop. Und damit die unterschiedlichsten Waren nicht einzeln und in entsprechend teuren Paketen aus den verschiedensten Ecken Deutschlands vor der eigenen Haustür landen, lohnt es sich, Transportwege und Verpackung möglichst effizient zu gestalten.

Deutschlands größtes E-Commerce Warehouse macht genau das. Bei der Hermes Fulfilment GmbH in Haldensleben lagern Millionen verschiedene Artikel von hunderten von Online-Händlern, die in tausenden von täglichen Bestellungen in alle Himmelsrichtungen geschickt werden – nachdem sie aus dem gigantischen Hochregallager zusammengetragen, gebündelt, sortiert und verpackt wurden. Eine logistische Meisterleistung.

Wir haben Kartrin Borzym und Marijana Deubel vom Hermes Fulfilment Marketing gebeten, uns einige Fragen zu ihrem Superlativ zu beantworten:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Die Hermes Fulfilment GmbH ist ein international agierender E-Commerce-Dienstleister. Im Auftrag von Online-Händlern übernimmt das Unternehmen die Warenlagerung, packt Pakete und Tüten mit den Artikeln, die Endkunden im Internet bestellt haben, kümmert sich um den Versand und lagert die Teile, die bei Nichtgefallen zurückgeschickt werden, wieder ein. Bei einer Sortimentsbreite von einer Million Artikeln bewegt Hermes Fulfilment pro Jahr rund 300 Millionen Teile und wickelt 60 Millionen Bestellungen ab. Das Spektrum reicht von Textilien und Schmuck über Smartphones und Flachbildfernseher bis hin zu Möbeln und Waschmaschinen.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Hermes Fulfilment betreibt in Haldensleben (Sachsen-Anhalt) eines der größten und modernsten Versandzentren in Europa. Es hat eine Nutzfläche, die etwa so groß ist wie 26 Fußballfelder. Die beiden Hochregallager bieten Platz für 1,2 Millionen Kartons mit Ware. Sie stapeln sich in 30 Meter hohen und 80 Meter tiefen Regalen. Würde man all diese Kartons hintereinanderlegen, ergäbe das eine Kette von 600 Kilometern Länge. Das entspricht in etwa der Autobahnstrecke von Berlin nach München. Etwa 30 Kilometer legt die Ware vom Wareneingang bis zum Warenausgang auf Förderbändern zurück, die sich wie eine Achterbahn durch die Hallen schlängeln. Bis zu 300.000 Sendungen für Besteller aus ganz Europa werden in Haldensleben jeden Tag zusammengestellt und verladen.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Das Versandzentrum ist mit dem Boom im E-Commerce gewachsen. Seit der Inbetriebnahme 1994 wurde der Standort bislang in vier Stufen ausgebaut und modernisiert. 2010 wurde das Versandzentrum um eine Betriebsstätte im Südhafen, etwa drei Kilometer Luftlinie vom Stammgelände entfernt, erweitert. Seit Planungsbeginn hat die Otto Group, zu der Hermes Fulfilment gehört, mehr als eine halbe Milliarde Euro in Haldensleben investiert. Mit mehr als 3.000 Beschäftigten ist Hermes Fulfilment heute einer der bedeutendsten Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Hinter dem Online-Shopping verbergen sich komplexe logistische Prozesse. Der Reiz liegt darin, auf diese Vorgänge, die für den Besteller meist im Verborgenen ablaufen, einen fotografisch-künstlerischen Blick zu werfen.

Wir wollten natürlich auch von Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus wissen, was er beim Shooting in Deutschlands größtem E-Commerce-Warehouse erlebt hat:

»Wir wurden sehr, sehr freundlich in Haldensleben empfangen und durften uns erstmal das  gesamte Logistikzentrum in Ruhe ansehen und die Motive ausloten. In diesem Fall gab es einige spannende Bilder, aber das Hauptmotiv war schnell gefunden: Der Blick auf die Hochregale!

Dabei gab es nur ein Problem: Die Pakete werden von rasenden knallgelben Robotern aus den Regalen geholt, die völlig unberechenbar und ständig durch die Gegend und damit durch das Foto flitzen würden – für das Bild in meiner Vorstellung völlig unmöglich.

Ich habe mir also ein Herz gefasst und den Abteilungsleiter gefragt, ob es möglich ist, das Lager für mein Bild still zu legen… Und tatsächlich hat er eingewilligt! Ich habe also meine Kamera aufgebaut und nach meinem Zeichen wurde alles für etwa fünf Minuten angehalten – es herrschte eine beinahe greifbare Spannung in dem gesamten Lager und ich war unglaublich nervös, denn: Diese Gelegenheit war absolut einmalig und dazu eine echte technische Herausforderung da es in dem Raum unglaublich finster war. Als alles wieder anlief wusste ich aber, dass ich meinen Schuss gemacht hatte.

Durch diese Chance mutig geworden, habe ich gefragt, ob ich auch zwischen zwei Regalen  fotografieren darf und auch das durfte ich. Es war unglaublich dunkel in dieser Bucht, ich konnte kaum die Hand vor Augen sehen – mir war also klar, dass ich lange würde belichten müssen. Tatsächlich wurde es dann eine Stunde Belichtungszeit, aber auch nur, weil wir im Nachbarregal das Licht anmachen konnten.

Diese lange Belichtungszeit jedenfalls bedeutete natürlich auch, dass das Regal entsprechend lange stillgelegt werden musste. Ich habe quasi bis zur allerallerletzten möglichen Sekunde belichtet, ehe der Schalter wieder umgelegt wurde und die Roboter wieder losflitzten. Tatsächlich sind wir regelrecht im Dauerlauf vor den Robotern her aus dem Regal gelaufen…

Das Superlativ bei Hermes zu fotografieren war auf jeden Fall ein ganz besonderes und tolles Erlebnis. Und eines noch: Die Dame von Hermes, die uns den ganzen Tag über begleitet hat, war so großartig, dass ich ihr hiermit den großen Fotografenverdienstorden verleihen möchte!«

* Wenn Sie mehr über Hermes Fulfilment in Haldensleben erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

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Die Superlative im Fernsehen – Autorin Johanna Lepère im Gespräch

An einem Tag im September klingelte bei uns das Telefon, das Fernsehen war dran. Genauer gesagt: Fernsehautorin Johanna Lepère, die im Netz auf die Superlative aufmerksam geworden war. Und nun fragte, ob wir Lust dazu hätten, dass sie einen Beitrag über unser Projekt dreht.

Was darauf folgte, war eine spannende und aufregende Zeit, in der wir sehr viel telefonierten, uns besprachen, organisierten, terminierten und letztlich Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus dann Hauptperson und das fotogloria-Team Zaungäste bei dem Dreh sein durften.

Der Beitrag wurde dann übrigens im Rahmen des NDR-Magazins DAS! gezeigt und drehen durften wir bei Aurubis in Hamburg, Deutschlands größtem Kupferproduzenten und -Recycler und bei der Tagesschau, Deutschlands erfolgreichster Nachrichtensendung (bei der wir dann natürlich sofort die Gelegenheit ergriffen und fürs Projekt fotografiert haben).

Wir haben Johanna Lepère gebeten, uns ein paar Fragen zu ihrer Arbeit zu beantworten:

Bitte stelle Dich und Deine »Mission« vor – wer bist Du, was ist Dein Job und warum machst Du genau diesen?
Ich bin Fernsehautorin bei den Vorabend-Magazinen des NDR. Hier arbeite ich insbesondere für die Sendung DAS!, die mir bei meinen Themen viel Spielraum lässt. Genau das liebe ich an meiner Arbeit: gestern noch mit Playmobil-Figuren das Thema Grundeinkommen in Bildern inszeniert, heute schon mit Christoph Morlinghaus und Team bei Aurubis unterwegs. Ich lerne fast täglich großartige Menschen und spannende Orte kennen.

Wie bist Du auf das Superlative-Projekt aufmerksam geworden und was hat Dich daran gereizt?
Über das Superlative-Projekt bin ich bei Facebook gestolpert und war sofort fasziniert von den gigantischen Fotos. Insbesondere die Tiefe darin und die merkwürdige Verlassenheit der fotografierten Orte hat mich angesprochen.

Wie bist Du inhaltlich an das Thema rangegangen?
Für mich ist immer besonders wichtig, ausführlich mit allen Projektbeteiligten zu sprechen und zu erfahren, was sie antreibt, wie es zu der Idee der Reihe »Superlative – made in Germany« kam. Und dann sind das Kamerateam und ich natürlich immer gerne so nah wie möglich an der Arbeit dran, um situative O-Töne einzufangen und zu sehen, wie Christoph Morlinghaus arbeitet. Über die Drehs bei Aurubis und der Tagesschau hat das wunderbar funktioniert. Ein abgesetztes Interview, das sich im Off über Sequenzen mit Christoph legen lässt, rundet das Ganze dann ab.

Wie viel Arbeit und vor allem auch welche steckt in dem dreieinhalb-Minuten-Beitrag?
Viel telefonieren, viel organisieren, sich sorgfältig Gedanken darüber machen, welche Fragen ich in welcher Situation stellen möchte. Das in diesem Fall massig vorhandene Drehmaterial sichten und kategorisieren, die besten O-Töne von Christoph raussuchen, die Bilder nach Einstellungsgröße und Tonqualität ordnen. Musik auswählen, die die Cutterin und ich dann im Schnitt unter den Beitrag legen. Sich ein Schnittkonzept überlegen: Wie will ich die Geschichte erzählen? Wann kommt welche Information in Bild und Text? Dann ab in den Schnitt. Dort vier Stunden lang mit der Cutterin Bild, meinen schon vorher skizzierten Sprechertext, Musik und Effekte zusammen setzen. Abnahme mit dem Redakteur, hier gibt es möglicherweise Korrekturen an Text und Schnitt. Der letzte Schritt: In der Mischung meinen Sprechertext einsprechen. Der Mischer bringt die Tonspuren ins richtige Verhältnis zueinander. Fertig! Insgesamt steckt in den 03:40 Minuten Beitrag dann bestimmt eine Woche Arbeit.

An welcher Geschichte arbeitest Du aktuell?
An einem Beitrag zum Thema Grundeinkommen. Dazu habe ich ein sehr spannendes Interview mit einer Grundeinkommens-Gewinnerin von der Plattform mein-grundeinkommen.de geführt.

Und zuguterletzt: Gibt es ein Thema, das Du schon immer mal realisieren wolltest?
Eine Dokumentation zum Thema „Was kommt nach #metoo?“

 

*HIER geht es zur NDR-Mediathek und zu unserem Bericht.

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Edda Fahrenhorst und Mike Gamio und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

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Kino Lichtburg – Deutschlands größter Kinosaal in Essen

Die Tüte Popcorn in der einen, Jacke, Tasche und Kaltgetränk in der anderen Hand. Die Augen müssen sich erst an das Dämmerlicht gewöhnen, denn so ganz pünktlich schafft man es nie. Sitz suchen und sich dabei nicht von schallenden Werbung-Wortfetzen aus der Ruhe bringen lassen. An unzähligen Beinpaaren vorbei schieben, ohne zu drängeln und ohne irgendetwas zu verschütten. Sitz finden, Hab und Gut verteilen, in den Sitz sinken und dann: Bilder schauen, Musik und Sprache hören, Atmosphäre spüren, sich mitreißen lassen, alles andere ausblenden.

Die Magie eines Kinobesuches hat etwas mit dem gezeigten Film zu tun, na klar. Aber auch damit, wie die Atmosphäre des Kinosaals ist, wie sehr man sich in den Sitz sinken lassen kann, ob man trotz Dunkelheit und fremder Menschen gut aufgehoben ist, kurz: Wie wohl man sich fühlt.

Und wohl fühlt man sich im größten Kinosaal Deutschlands, der Lichtburg Essen. Hier schwingt eine fast 100-jährige Geschichte mit, die Schatten von Zerstörung und Wiederaufbau, der Flair von vergangenen Premierenfeiern, der Reiz an aktuellen kulturellen Veranstaltungen.

Wir haben Christiane Hüls, die Pressesprecherin der Lichtburg, zu Ihrem Superlativ befragt:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Die Lichtburg – im Herzen der Stadt Essen gelegen – ist Deutschlands größter und wohl auch schönster Filmpalast.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Die Lichtburg verfügt über 1.250 Sitzplätze, eine rund 150 qm große Bildwand und dazu beste Bild- und Tontechnik.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Bereits zur Eröffnung 1928 galt das Kino als das modernste Filmtheater in Deutschland. 1943 brannte der viel gerühmte Zuschauerraum völlig aus. Der Wiederaufbau im Stil der 50er Jahre machte die Lichtburg zu einem der elegantesten Filmtheater des Landes. Die legendäre Zeit der Lichtburg begann. Bis in die frühen 80er Jahre machten unzählige Uraufführungen mit hunderten von Filmstars sie zu einem der führenden Premierenkinos des Landes. Umjubelte Bühnenauftritte berühmter Musiker und Theaterschauspieler festigten den Ruhm der Lichtburg deutschlandweit. Mitte der 80er Jahre begann der Ruhm zu verblassen. Der Beginn des Multiplexbooms schien Anfang der 90er Jahre das Ende dieser Kinoikone einzuleiten. Eine Initiative von Bürgern und Kulturschaffenden verhinderte den drohenden Abriss. Nach langen Jahren des Kampfes für den Erhalt dieses Filmpalastes wurde die Lichtburg 2002 unter strengen Auflagen des Denkmalschutzes renoviert und restauriert. Im März 2003 konnte die glanzvolle Wiedereröffnung als glamouröses Premierentheater gefeiert werden. Heute ist die Lichtburg mit ihrem unvergleichlichem Flair wieder ein Anziehungspunkt von überregionaler Bedeutung.

Selbstverständlich wollten wir auch von dem Superlative-Fotografen Christoph Morlinghaus wissen, wie er sich in der Lichtburg gefühlt hat und wie er zu seinem Bild gekommen ist:

»Ich hatte die Idee, nur mit dem Licht des Filmes zu arbeiten, also die Filmbelichtung zu starten, wenn der Saal dunkel wird, die Dauer der Vorführung durchzubelichten und bevor die Lichter wieder angehen, fertig zu werden. Das habe ich noch nie vorher gemacht, hatte natürlich nur einen Schuss und dann sollte der Saal auch noch voll besetzt sein, um ein sich bewegendes und durch die lange Belichtung dann schemenhaftes Publikum zu sehen…

Da wir mitten im Sommer unterwegs waren, schien zumindest letzteres erstmal fast nicht möglich. Aber dann hatte das Kino eine Idee: Der Seniorennachmittag. An diesem Tag wurden und werden Senioren aus ganz Essen nachmittags in die Lichtburg gebracht, um einen netten Nachmittag zu verbringen und einen Film zu schauen. Eine gute Gelegenheit.

Als wir an besagtem, sehr heißen Tag ankamen, war mir aber sofort klar, dass ich auch und zuallererst unbedingt einen Schuss ohne Menschen und nur von diesem wirklich großen  Kinosaal machen musste, denn er übertraf tatsächlich meine Vorstellung.

Irgendwann später trudelten dann nach und nach die Besucher ein und ich hatte meinen Platz auf einem der Seitenemporen gefunden. Voll wurde das Kino zwar nicht ganz, aber immerhin. Und dann ging der Film los und wie geplant startete ich mit der Belichtung. Über zwei Stunden später war der Schieber wieder vor dem Film, pünktlich bevor die Lichter angingen, soweit hatte alles geklappt.

Ich kann aber zugeben, das sich ziemlich nervör war, denn das alles war zwar durchdacht, aber ob etwas auf dem Bild sein würde… Zwei Wochen später habe ich dann schon ein bisschen gejubelt, denn im Negativ sah die Belichtung gut aus. Noch vier Wochen später allerdings – nachdem ich das Negativ gescannt hatte – bin ich fast vom Glauben abgefallen: In dem Bild waren tatsächlich Menschen zu sehen, die sich während der ganzen Zeit – und das waren über zwei Stunden – gar nicht bewegt hatten, die knackscharf zu erkennen waren. Und das war nicht nur einer, sondern gleich mehrere.

Meine Idee also, dass man auf dem Bild sich bewegende Menschen sehen würde, hat von vorne bis hinten nicht geklappt. Die Belichtung, die hat geklappt. Aber dennoch ziehe ich den Schuss ohne Menschen vor.«

 

* Wenn Sie mehr über die Lichtburg in Essen erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

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Lanxess-Arena – die größte Multifunktionsarena Deutschlands

Seit knapp 18 Jahren verteidigt sie nun schon ihren Titel als größte Multifunktionsarena Deutschlands: Die Lanxess-Arena in Köln. Konzerte, Sportveranstaltungen, Tagungen – all das findet auf beeindruckenden 83.700 Quadratmetern regelmäßig in der Stadt am Rhein statt.

Wir haben Tomasz Grenke, dem Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Lanxess-Arena ein paar Fragen zu seinem Superlativ gestellt:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Die Lanxess-Arena ist Deutschlands größte und bestbesuchte Multifunktionsarena und rangiert seit 2010 auch unter den Top 10 der besucherstärksten Arenen weltweit. Nicht nur Konzerthighlights internationaler Mega-Stars wie beispielsweise Paul McCartney, Tina Turner, Adele, Lady Gaga, U2 oder Justin Timberlake und Beyoncé finden hier statt.
Auch als herausragender Schauplatz des Sports ist die Lanxess-Arena immer wieder Gastgeber von Events der höchsten Kategorie. So stellen der VfL Gummersbach sowie die Kölner Basketballer in der Lanxess-Arena Zuschauerrekorde in Serie auf und die Finalspiele der Handball-WM 2007 sorgten mit ihrer emotionalen Kulisse und ihrer Atmosphäre weltweit für Aufsehen. Das Velux EHF Final 4 etablierte sich seit 2010 zum größten Indoor Sport-Event Europas und als emotionale Heimat der Kölner Haie schreibt der Kölner Stimmungstempel ebenso Eishockey-Geschichte wie als Austragungsort der IIHF Eishockey Weltmeisterschaften 2001, 2010 und 2017.
Besonders die IIHF 2010 Weltmeisterschaft wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Während des Turniers kamen insgesamt 331.802 euphorische Zuschauer aus aller Welt in die Kölner Lanxess-Arena und verfolgten 29 spannende Spiele der 16 weltbesten Eishockey-Nationen. Doch nicht nur im Kölner Stimmungstempel  selbst, sondern auch medial erreichte die IIHF Weltmeisterschaft bemerkenswerte Reichweiten: Weltweit verfolgten 650 Millionen Zuschauer in 100 Ländern die Begegnungen der 15 Spieltage live.
Neben Sport- und Entertainment-Events beherbergt die Lanxess-Arena auch internationale Konferenzen und Versammlungen sowie Jubiläen, Präsentationen und Hauptversammlungen der größten Wirtschaftsunternehmen. Durch die Auswahl an entsprechenden Räumlichkeiten mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, wie dem Backstage Restaurant, dem Henkelmännchen oder der gesamten Arena, sind Veranstaltungen wie Aufsichtsratssitzungen, Kongresse oder Betriebsfeiern mit einer Teilnehmerzahl von 50 bis zu 20.000 Personen möglich. Nicht selten finden verschiedene Großveranstaltungen an aufeinander folgenden Tagen statt.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlative wissen.
Deutschlands größte und bestbesuchte Multifunktionsarena verfügt über 18.000 Sitzplätze, 83.700 Quadratmeter Nutzfläche, Großleinwände für direkte Videoübertragungen, Restaurant, Bistro, Bars, Shops und natürlich modernste Bühnen-, Ton- und Lichttechnik.
Darüber hinaus beherbergen wir 60 Club-Logen mit acht, zehn oder zwölf Sitzplätzen und 100 Club-Boxen mit vier oder sechs Sitzplätzen. Den Club-Mitgliedern bietet die Lanxess-Arena umfangreiche Werbeleistungen.
Die Kapazität der Lanxess-Arena variiert zwischen 3.000 und 8.000 und in der kleinen Variante bis zu 20.000 Zuschauer in der Full-House Bespielung.
Die Bühne kann individuell, je nach Wunsch des Veranstalters, entweder als Centerstage oder Endstage genutzt werden.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Schon Mitte der 80er Jahre wünschten sich die Kölner eine »neue Veranstaltungshalle«. Über zehn Jahre mussten sie warten. Und dann wurde im Oktober 1998 in Köln nicht etwa irgendeine neue Halle eröffnet, sondern Deutschlands größte und modernste Arena. War auch der Standort für diese innerhalb Kölns zunächst strittig, so war man sich über eines immer einig: Das geplante Projekt durfte die städtische Kasse nicht belasten, es musste ein privater Investor gefunden werden. Entsprechende Bemühungen mündeten 1989 in mehrere Angebote – darunter so gewaltige Baupläne, dass in Köln gar kein geeigneter Platz zu finden gewesen wäre. Nach einem Tauziehen zwischen den jeweiligen Befürwortern der einzelnen Modelle schien 1989 die Entscheidung gefallen: Der Kölner Rat votierte für den Bau des »EuroPalastes« der »Initiative Kölner Mehrzweckhalle«.
Doch schon kurze Zeit später die Wende: Die hier beteiligte Strabag Bau AG zog ihr Vorhaben zurück. Der Frankfurter Baukonzern Philipp Holzmann AG präsentierte seine Pläne. Das von ihm beauftragte Kölner Architekturbüro Böhm legte einen Entwurf vor, wie die vom Friedrichshafener Architekt Wund geplante Arena ins Kölner Stadtbild integriert werden könnte. Der von der Presse als »Ei des Kolumbus« bezeichnete Clou: Das große Oval der Halle wurde auf dem ehemaligen Deutzer Festplatz in einen künstlichen Hügel eingebettet, durch den auch die Opladener Straße führen sollte.
Dieses Konzept überzeugte die Verantwortlichen: 1991 entschied die Verwaltung zugunsten des Holzmann-Projekts »Kölnarena«. SPD, CDU und FDP gaben im Rat ihre Zustimmung zur Errichtung der »Mehrzweckhalle« in Deutz. Mit dem Baukonzern wurde die Rahmenvereinbarung über den Bau der Lanxess-Arena und den Verkauf der Grundstücke an den Investor und Bauherrn »Immobilienfonds Köln-Deutz Arena und Mantelbebauung GbR« beschlossen.

Die Kölnarena Management GmbH, die als Betreibergesellschaft für den Betrieb und die Vermarktung der Halle verantwortlich zeichnet, wird von der durch Privatinvestoren gegründeten Kölnarena Beteiligungs GmbH getragen. Der Kölner Unternehmer Ralf Bernd Assenmacher ist Geschäftsführender Gesellschafter der Kölnarena Beteiligungs GmbH sowie Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölnarena Management GmbH. Weiterer Geschäftsführer ist Herr Stefan Löcher.

Am 28. Juni 1996 überreichte der damalige Oberstadtdirektor Lothar Ruschmeier die Baugenehmigung für das ausschließlich privat finanzierte Lanxess-Arena-Projekt; im Juli wurde der erste Spatenstich getan: Der Bau der langersehnten Lanxess-Arena begann. Neben ihr entstand als Mantelbebauung der Bürokomplex »Rathaus Deutz«, den als Hauptmieterin die Stadt Köln mit rund 3.000 Verwaltungsmitarbeitern bezog.

Heute ist die Lanxess-Arena nicht nur die größte und bestbesuchte Multifunktionsarena Deutschlands, sondern auch weltweit eine der führenden Arenen.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?

Uns hat Ihr Projekt und die Idee dahinter sofort angesprochen. Wir fühlen uns geehrt und freuen uns sehr darüber, dass Sie uns für Ihr Projekt »Superlative – Made in Germany« ausgewählt haben und wir ein Teil des Gesamtbildes des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stands Deutschlands sein dürfen.

Selbsverständlich wollten wir auch von Christoph Morlinghaus wissen, wie das Superlative-Shooting in Köln für ihn war:

»Die Lanxess-Arena stand auf meiner Superlative-Wunschliste ganz weit oben: mich fasziniert der Bau und meine Idee dazu war, in dieser imposanten Halle eine konzentrierte Konzertatmosphäre einzufangen.

Das stellte sich als eine echte Herausforderung heraus, denn die Lichtshow während des Konzertes – gespielt hat Schiller – war von schnellen und hellen Lichtwechseln geprägt. Und natürlich durfte kein Spot direkt ins Objektiv fallen, denn dann wäre das Bild sofort hin gewesen. Ich stand also neben der Kamera und habe quasi jeden Lichtstrahl argwöhnisch und einzeln verfolgt. Sobald die direkte Einstrahlung drohte, habe ich sofort einen Schieber vor die Optik gehalten…

Dazu kam außerdem noch zweierlei: Erstens, dass ich die Belichtungszeit bei der ständig wechselnden Lichtsituation bestenfalls grob schätzen konnte. Und zweitens, dass die Kamera total vibriert hat – die Bässe haben derartig gewummert, dass sich das bis auf die Balustrade übertragen hat, auf der wir standen.

Das alles zusammen hat mich schon zweifeln lassen, ob auf dem Bild überhaupt irgendetwas zu sehen und scharf sein würde. Aber es hat funktioniert.«

 

* Wenn Sie mehr über die Lanxess-Arena in Köln erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

AVG – die durchsatzstärkste Müllverbrennungsanlage Deutschlands in Köln

Viele Millionen Tonnen Müll werden in Deutschland jedes Jahr produziert, Tendenz steigend. Doch wohin mit den Müllbergen? Es gibt verschiedene Ansätze zur Verwertung – wir waren bei der Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln, der AVG Köln zu Gast und haben den Pressesprecher Tilo Dumuscheit gebeten, uns etwas über sein Unternehmen, der durchsatzstärksten Müllverbrennungsanlage Deutschlands, zu erzählen

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Die AVG Köln ist ein mittelständisches Unternehmen der Abfallbranche, das gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften eine Vielzahl von Dienstleistungen rund um die stoffliche (Recycling) und thermische (Verbrennung) Verwertung für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln wie für die ansässigen Gewerbebetriebe und die Industrie anbietet. Ihre Tätigkeit ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt und unseres Klimas.

Die Restmüllverbrennungsanlage heißt übrigens so, weil wir den Restmüll aus den privaten Haushalten und Reste aus Gewerbe- und Baumischsortieranlagen hier verarbeiten. Stofflich verwertbare Bestandteile des Abfalls.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Größe: 300 m lang und 110 m breit; inkl. Containerkran 150 m breit
Einzigartig: Stimmiges architektonisches Konzept für den gesamten Standort
Energieabgabe in das öffentliche Netz 2016: 363.000 MWh als Strom und Dampf; reicht aus, um 250.000 Menschen mit Strom zu versorgen, ein Viertel der Kölner Bevölkerung. Damit zählt sie zu den drei größten Anlagen in Deutschland, die Energie aus Abfall produzieren.
Produktion von »grüner« Energie, da rund 50 Prozent des Abfalls aus erneuerbaren Energieträgern besteht
Einsparung an Kohlendioxid 2016: 155.000 t; durch hohen Anteil erneuerbarer Energieträger, die klimaneutral sind, und durch die Substitution fossiler Brennstoffe
Verbrennungsmenge 2016: 736.000 t
Einzigartig: Eine der größten Sortieranlagen integriert in die Restmüllverbrennungsanlage. Durchsatzleistung entsprechend der Verbrennungsmenge deutlich über 700.000 t jährlich
Hohe Zuverlässigkeit der Anlage – geringe Stillstandszeiten (beste Verfügbarkeit weltweit)
Ein wichtiger Grund: Motivierte Betriebsmannschaft
Weiterer Grund: Qualitativ hohe technische Standards bereits beim Bau der Anlage.
Weiterer Grund: spezielles vorbeugendes Instandhaltungskonzept
Beste Abgasreinigung in Deutschland.
Wir unterschreiten die gesetzlichen Vorgaben massiv. Eine Reihe von Emissionswerten wie für Dioxine und Furane sind nicht nachweisbar.
Wir machen die Luft sauber. Das Abgas aus dem Kamin ist sauberer als die Umgebungsluft. Generell sind Müllverbrennungsanlagen in Deutschland Saubermachanlagen.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Es geht uns nicht um Superlative, sondern um die Qualität unserer Arbeit, die dazu geführt hat, dass wir zu den besten Müllverbrennungsanlagen der Welt zählen. Durch gezielte Modernisierungen und Optimierungen des Anlagenbetriebes haben wir die Leistungsfähigkeit stetig verbessert.
Ziel ist es ein verlässlicher Partner der Stadt Köln zu sein und den Ansprüchen der Wachstumsregion Köln/Rheinland auch künftig gerecht zu werden.

Wir freuen uns übrigens über Besucher. Ihnen zeigen wir gerne, was wir hier machen. Jedes Jahr führen wir 4.000 bis 5.000 Besucher in kleinen Gruppen durch die Restmüllverbrennungsanlage. Darunter befinden sich eine Reihe von ausländischen Delegationen, die sich über Abfallwirtschaft in Deutschland informieren möchten.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Es ist unser Anspruch, uns mit den Besten zu messen.

Und natürlich haben wir auch Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus nach seinen Erlebnissen bei der AVG befragt:

Womit ich wirklich nicht gerechnet hatte, war die schon beinahe wagneranische Wucht des Müllbunkers. Diese Müllmengen in diesem brutalistischen Betonsammelplatz sah mehr aus wie eine moderne Kirche, denn eine Müllverbrennungsanlage. Diese kathedralenhafte Wirkung wurde während wir dort waren auch noch durch die verschiedene Lichteinstrahlung, die Staubfontänen und beides zusammen verstärkt. Absolut faszinierend!

Inhaltlich – auch wenn im Bild nicht ganz so – ebenso faszinierend finde ich, dass in der Anlage so viel Ingenieurskunst steckt, dass aus dem ganzen Müll und dem Verbrennungsprozess alle Giftstoffe derart ausgefiltert werden, dass nach der Abgasreinigung die Luft sauberer ist, als unsere Umgebungsluft.

Das spätestens hat mich mal wieder daran erinnert, in was für einem fortschrittlichen Land wir eigentlich leben. Ich habe lange im Ausland gelebt, zuletzt in den USA, und nirgends gibt es Vergleichbares. Sogar ganz im Gegenteil, der Müll wird andernorts ganz oft einfach in die Landschaft gekippt.

Der Besuch bei der AVG war also aus vielen Gründen wirklich toll, aber vor allem auch, weil wir hier unfassbar freundlich, professionell und hilfsbereit empfangen wurden. Und eine Sache habe ich außerdem gelernt: Müllarbeiter sind wirklich lustige Leute…

* Wenn Sie mehr über die AVG Köln erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

Synlight – die größte künstliche Sonne der Welt

149 Strahler lassen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jülich eine Lichtintensität entstehen, die mindestens dem 10.000-fachen der natürlichen Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche entspricht.

»Synlight«  bietet damit die weltweit einmalige Testmöglichkeit für Wissenschaft und Wirtschaft aus den Bereichen der solaren Chemie, der solarthermische Kraftwerksbranche und der Raumfahrt.

Wir haben Michel Winand, den Pressesprecher von »Synlight« gebeten, uns mehr über Synlight wissen zu lassen:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Darüber hinaus ist das DLR im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Zudem sind im DLR zwei Projektträger zur Forschungsförderung angesiedelt.
Das DLR erforscht Erde und Sonnensystem, es stellt Wissen für den Erhalt der Umwelt zur Verfügung und entwickelt umweltverträgliche Technologien für Energieversorgung,
Mobilität, Kommunikation und Sicherheit.
Sein Portfolio reicht dabei von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung von Produkten für morgen. Das DLR betreibt Großforschungsanlagen für eigene Projekte und als Dienstleister für Partner in der Wirtschaft. Darüber hinaus fördert es den wissenschaftlichen Nachwuchs, berät die Politik und ist eine treibende Kraft in den Regionen seiner 20 Standorte.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Das DLR-Institut für Solarforschung startete am 23. März 2017 den Betrieb des Hochleistungsstrahlers Synlight, eine bisher in der Welt einmalige Anlage. Jeder einzelne der 149 Strahler hat die Lichtleistung eines Großkino-Projektors. Gemeinsam erzeugen sie eine Lichtintensität, die mindestens dem 10.000-fachen der natürlichen Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche entspricht. Der Schwerpunkt in den nächsten Jahren wird auf der Entwicklung von Herstellverfahren für solare Treibstoffe liegen. Aber auch Forscher und Industrieunternehmen der solarthermischen Kraftwerksbranche oder aus der Luft- und Raumfahrt werden in Synlight ideale Bedingungen für Tests an Komponenten realer Größe vorfinden.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Der Superlativ »größte künstliche Sonne« ergab sich eher zufällig aus den Anforderungen an die Anlage, die eine Zwischenstufe in der Entwicklung von solaren Anwendungen darstellt. Synlight verbindet die Forschung im Labormaßstab mit der Anwendung im Solarturmkraftwerk.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Das Projekt »Superlative – Made in Germany« hat das Potential zu inspirieren. Und zwar diejenigen zu inspirieren, die vielleicht jetzt noch die Schulbank drücken und in ein paar Jahren die Wissenschaftler von morgen sind.

Natürlich wollten wir auch von Christoph wissen, wie sich die größte künstliche Sonne Deutschlands fotografieren ließ:

»Die gesamte Anlage war etwas ganz Neues für mich, etwas ähnliches habe ich vorher noch nicht gesehen und war fasziniert: Diese Menge an silbernen, schönen und sich wiederholenden Strahlern, die auf den ersten Blick an das Facettenauge eines Insekts erinnern… Fotografisch ein absoluter Traum.

Und auch sonst war der Termin richtig gut: Ich durfte mich frei bewegen und kontte so ganz entspannt arbeiten, wurde auch sonst bestens versorgt und zu allem Überfluss habe ich Herrn Winand sogar meine kleine Kamera in die Hand gedrückt, damit er ein paar Making-Ofs macht. War super!«

* Wenn Sie mehr über Synlight erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist  von Christoph Morlinghaus und Michel Wienand (Vielen Dank!)  und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

***Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

Fraunhofer IIS – Schalllabor »Mozart« das Größte seiner Art in Deutschland

Dass man sich eines Tages etliche Meter Plattensammlung in die Hosentasche würde stecken können, war 1987 eine noch (fast) unglaubliche Vision. Heute, nur dreißig Jahre später, ist diese Vision längst zur Wirklichkeit geworden. Sogar mehr noch: Es ist mittlerweile eine  Selbstverständlichkeit, dass wir Stunden um Stunden Musik auf unseren Smartphones, Musikabspielgeräten oder Laptops immer bei uns haben – als mp3.

Diese Revolution der Codierung von Audiosignalen, damit des Musikmarktes und darüber hinaus der gesamten Kultur des Musikhörens findet Ihres Anfangspunkt in Erlangen, genauer gesagt und größtenteils im Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS. Und in eben jenem Institut – das mal also als die Geburtsstätte des mp3-Formats bezeichnen kann – befindet sich das Schalllabor »Mozart«, das wiederum größte und deutschlandweit einzige Labor seiner Art, in dem die Arbeit an und Forschung zu Audiocodierverfahren und Signalverarbeitungstechnologien heute auf höchstem Standard weitergeführt wird.

Matthias Rose, der Leiter Marketing und Kommunikation für den Bereich Audio und Medientechnologien am Fraunhofer IIS, hat uns einige Fragen zum Schalllabor »Mozart« beantwortet:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Das Fraunhofer IIS ist das weltweit führende Entwicklungszentrum für Audio- und Medientechnologien. Mit der maßgeblichen Beteiligung an der Entwicklung von mp3 und der AAC-Audiocodierfamilie wurde das Institut international bekannt. Heute werden die Technologien des Fraunhofer IIS in über 8 Milliarden Geräten genutzt, z.B. in allen Smartphones, Tablets und PCs. Online-Streaming-Anwendungen verwenden die Audiotechnologien aus Erlangen ebenso wie TV-Systeme und Digitalradiosysteme auf der ganzen Welt. Auch in Telekommunikationssystemen – von Mobiltelefonie bis zu VoIP – kommen speziell entwickelte Audiocodierverfahren des IIS zum Einsatz.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Schalllabor Mozart: 7,5 x 9,3 x 4,2 Meter | 70 Qadratmeter | 300 Kubikmeter
Hauptlautsprecher: 9
Subwoofer: 2
Lautsprecher: 43
Ringtraversen: 2
vorgeschalteter Kontroll- und Technikraum.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Das Schalllabor »Mozart« ist in seinen Abmessungen, akustischen Eigenschaften und technischer Ausstattung ein weltweit einzigartiger Raum. Als einer von wenigen Räumen mit diesen Abmessungen erfüllt er die strengen Anforderungen der ITU-R Recommendation BS.1116 zur Durchführung von vergleichenden subjektiven Hörtests für die Entwicklung von Audiocodierverfahren und Signalverarbeitungstechnologien. Genutzt wird der Raum am Fraunhofer IIS für die Entwicklungsarbeit. Dafür sind über 50 Lautsprecher installiert, damit alle möglichen Audioformate – von Mono bis zu 3D-Klang – wiedergeben können. Im Schalllabor wurden Audiocodier- und Signalverarbeitungstechnologien getestet, die heute weltweit im Einsatz sind, zum Beispiel im Fernsehen, Digitalradio oder Online-Streaming. Auch in Kommunikationssystemen werden Fraunhofer-Technologien eingesetzt, die durch Tests im Schalllabor optimiert werden konnten. Somit sind sowohl Raum als auch die darin entwickelten Technologien Superlative.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Bilder des Schalllabors »Mozart« gibt es schon viele. Durch die Teilnahme am Projekt »Superlative – Made in Germany« haben wir uns erhofft, einen neuen Blickwinkel auf unser wichtigstes Hörlabor zu erhalten. Ein beständiger Perspektivenwechsel ist in der wissenschaftlichen Arbeit von grundlegender Bedeutung. Deshalb fanden wir die Idee, unseren wichtigsten Laborraum auch aus einer anderen, künstlerisch beeinflussten Perspektive zu sehen, überaus spannend.

Und natürlich wollten wir auch von Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus wissen, wie die Arbeit im Schalllabor »Mozart« für ihn war:

»Um »Mozart« zu fotografieren, haben wir auf unserem Weg von Berlin (wo wir in Deutschlands größter Außenkulisse fotografiert haben) nach München (dort war das größte Festzelt auf dem Oktoberfest an der Reihe) in Erlangen Halt gemacht. Wir sind am Vorabend des Shootings dort angekommen und  in einer urbayerischen Pension mit russischem Einschlag untergekommen – ich erinnere mich deutlich an das Teppichmusterinferno zum Frühstück…

Beim Fraunhofer IIS jedenfalls wurden wir sehr, sehr freundlich empfangen und durften uns nach einer ganz kurzen Kennenlernphase frei in dem Schalllabor bewegen.

Ok, frei bewegen konnte ich mich dann doch nicht wirklich, denn um mein Bild zu bekommen, habe ich mich in einer der Ecken regelrecht verbarrikadiert und kam nach der Einstellung der Kamera nicht mehr an derselben vorbei…

Das Motiv jedenfalls war richtig schwierig – wie bringt man ein so technisch hoch entwickeltes und dabei abstraktes Thema auf ein Bild? Und das auch noch mittels eines Raumes, beziehungsweise Labors, der für einen Laien wie mich erstmal relativ klein und wenig spektakulär erscheint? Außerdem geht es in meiner Arbeit um das Sehen, bei »Mozart« um das Hören – wie sollte ich beides zusammen bringen?

Entstanden ist ein auf den ersten Blick sehr dokumentarisches Bild. Um die Perfektion, die Genauigkeit und die Brillanz von »Mozart« auf mein Bild zu übertragen, habe ich aber vor allem sehr lange an der exakten Schärfeeinstellung gearbeitet und mich zusätzlich für eine Langzeitbelichtung von einer halben Stunde entschieden. Eigentlich muss man sich das Bild nun in sehr groß anschauen, um die technischen Feinheiten des Schallabors und in der Fotografie zu sehen. Aber in klein funktioniert es auch.«

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL bei uns. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne im Vorfeld bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.