Schlagwort-Archive: Deutsches Luft-und Raumfahrtzentrum

Einunddreißig »Superlative — Made in Germany«

Bis heute haben wir einunddreißig »Superlative – Made in Germany« in ganz Deutschland und aus den verschiedensten Themengebieten fotografiert***:

AIRBUS in Hamburg – Endmontage für das größte Passagierflugzeug der Welt, den A380
• ATTA-HÖHLE in Attendorn – die größte Tropfsteinhöhle Deutschlands
AURUBIS in Hamburg – der größte Kupferproduzent und Kupferwiederverwerter Europas
AVG (Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln) in Köln – die durchsatzstärkste Müllverbrennungsanlage Deutschlands
CASINO BADEN-BADEN – das älteste Casino Deutschlands
CLAAS in Harsewinkel – der größte Landmaschinenhersteller Deutschlands
COMMERZBANK TOWER in Frankfurt – das höchste Gebäude Deutschlands
DEUTSCHES LUFT- UND RAUMFAHRTZENTRUM in Lampoldshausen – das Vinci-Triebwerk für die Ariane-2-Mission im Höhensimulationsprüfstand, der einzige in Deutschland
DOM TRIER – die älteste christliche Kirche Deutschlands
EMSFLOWER in Emsbüren – das größte Gewächshaus Deutschlands und Europas
EUROPEAN XFEL in Hamburg – der leistungsfähigste Röntgenlaser der Welt
FRAPORT in Frankfurt – die größte Flughafen-Gepäcklogistik Deutschlands
FRAUNHOFER IIS in Erlangen – das größte Schalllabor seiner Art Deutschlands
und Geburtsstätte des MP3-Formats
G20 in Hamburg – Deutschlands größter politischer Gipfel
GARZWEILER im Ruhrgebiet – das größte Braunkohlerevier Deutschlands
GLASHÜTTE LAMBERTS in Waldsassen– die größte Glashütte Deutschlands
GÜZ SCHNÖGGERSBURG – Deutschlands größtes Gefechtsübungszentrum
HELIOS ENDO-KLINIK in Hamburg – der größte Operationssaal Deutschlands
HERMES in Haldensleben – das größte E-Commerce-Warehouse Deutschlands
HOFBRÄU-FESTZELT in München – das größte Festzelt auf dem Oktoberfest
KINO LICHTBURG in Essen – das größte Kino in Deutschland
KOCHERTALBRÜCKE bei Geisslingen – die höchste Talbrücke Deutschlands
LANXESS-ARENA in Köln – die größte Mehrzweckhalle Deutschlands
LIEBEROSER WÜSTE – die größte Wüste Deutschlands
METROPOLITAN BACKLOT in Potsdam – die größte Außenkulisse Deutschlands
MEYER WERFT in Papenburg – die größte Werft Deutschlands
PHOENIX CONTACT in Blomberg – das leistungsstärkste Hochstromlabor Deutschlands
SYNLIGHT in Jülich – die größte künstliche Sonne der Welt
TAGESSCHAU in Hamburg – die erfolgreichste Nachrichtensendung Deutschlands
THERME ERDING – die größte Therme Deutschlands und Europas
ZENTRALMOSCHEE KÖLN – die größte Moschee Deutschlands

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne bei uns per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

***Diese Liste wird ständig aktualisiert, da wir laufend weiter fotografieren. Sollten einige der genannten Superlative noch nicht im Bild zu finden sein, so liegt das daran, dass die Farbnegativfilme gerade noch entwickelt, gescannt, bearbeitet und die Texte dazu geschrieben werden.

Synlight – die größte künstliche Sonne der Welt

149 Strahler lassen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jülich eine Lichtintensität entstehen, die mindestens dem 10.000-fachen der natürlichen Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche entspricht.

»Synlight«  bietet damit die weltweit einmalige Testmöglichkeit für Wissenschaft und Wirtschaft aus den Bereichen der solaren Chemie, der solarthermische Kraftwerksbranche und der Raumfahrt.

Wir haben Michel Winand, den Pressesprecher von »Synlight« gebeten, uns mehr über Synlight wissen zu lassen:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Darüber hinaus ist das DLR im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Zudem sind im DLR zwei Projektträger zur Forschungsförderung angesiedelt.
Das DLR erforscht Erde und Sonnensystem, es stellt Wissen für den Erhalt der Umwelt zur Verfügung und entwickelt umweltverträgliche Technologien für Energieversorgung,
Mobilität, Kommunikation und Sicherheit.
Sein Portfolio reicht dabei von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung von Produkten für morgen. Das DLR betreibt Großforschungsanlagen für eigene Projekte und als Dienstleister für Partner in der Wirtschaft. Darüber hinaus fördert es den wissenschaftlichen Nachwuchs, berät die Politik und ist eine treibende Kraft in den Regionen seiner 20 Standorte.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Das DLR-Institut für Solarforschung startete am 23. März 2017 den Betrieb des Hochleistungsstrahlers Synlight, eine bisher in der Welt einmalige Anlage. Jeder einzelne der 149 Strahler hat die Lichtleistung eines Großkino-Projektors. Gemeinsam erzeugen sie eine Lichtintensität, die mindestens dem 10.000-fachen der natürlichen Sonnenstrahlung auf der Erdoberfläche entspricht. Der Schwerpunkt in den nächsten Jahren wird auf der Entwicklung von Herstellverfahren für solare Treibstoffe liegen. Aber auch Forscher und Industrieunternehmen der solarthermischen Kraftwerksbranche oder aus der Luft- und Raumfahrt werden in Synlight ideale Bedingungen für Tests an Komponenten realer Größe vorfinden.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Der Superlativ »größte künstliche Sonne« ergab sich eher zufällig aus den Anforderungen an die Anlage, die eine Zwischenstufe in der Entwicklung von solaren Anwendungen darstellt. Synlight verbindet die Forschung im Labormaßstab mit der Anwendung im Solarturmkraftwerk.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Das Projekt »Superlative – Made in Germany« hat das Potential zu inspirieren. Und zwar diejenigen zu inspirieren, die vielleicht jetzt noch die Schulbank drücken und in ein paar Jahren die Wissenschaftler von morgen sind.

Natürlich wollten wir auch von Christoph wissen, wie sich die größte künstliche Sonne Deutschlands fotografieren ließ:

»Die gesamte Anlage war etwas ganz Neues für mich, etwas ähnliches habe ich vorher noch nicht gesehen und war fasziniert: Diese Menge an silbernen, schönen und sich wiederholenden Strahlern, die auf den ersten Blick an das Facettenauge eines Insekts erinnern… Fotografisch ein absoluter Traum.

Und auch sonst war der Termin richtig gut: Ich durfte mich frei bewegen und kontte so ganz entspannt arbeiten, wurde auch sonst bestens versorgt und zu allem Überfluss habe ich Herrn Winand sogar meine kleine Kamera in die Hand gedrückt, damit er ein paar Making-Ofs macht. War super!«

* Wenn Sie mehr über Synlight erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist  von Christoph Morlinghaus und Michel Wienand (Vielen Dank!)  und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

***Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

DLR Lampoldshausen – der einzige Höhensimulationsprüfstand Europas

Das Weltall, unendliche und unerforschte Weiten. Noch. Damit sich das ändert, entwickelt die Menschheit laufend neue Visionen, Ideen und Technologien. Um neuen Raum zu bereisen, ihn zu erforschen, neue Kenntnisse zu gewinnen und auch neue Einsichten.

Und da sich Forschungsvorhaben in einer solchen Größenordnung am besten in einem Verbund von vielen Instituten, Ländern und Wissenschaftlergemeinschaften umsetzen lassen, entwickeln unter dem Dach der Europäischen Weltraumagentur ESA 22 Staaten gemeinsam neue Wege ins All und dafür neue Weltraumverkehrsmittel. Wie etwa die Trägerrakete Ariane 6, die im Jahr 2020 ihren Weg in den Raum antreten soll.

In dieses Gemeinschaftsprojekt fließen die Kompetenzen von mehreren europäischen Partnern ein – aus Deutschland ist das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum, das DLR, beteiligt. Und zwar wurde eigens für dieses Vorhaben der Höhensimulationsprüfstand P4.1 entwickelt und am Standort Lampoldshausen gebaut. Dort wird nun das Triebwerk der künftigen Trägerrakete unter Bedingungen fast wie im Weltraum getestet.

Wir haben mit Anja Kaboth aus der Kommunikation des DLR Lampoldshausen über den einzigen Hohensimulationsprüfstand gesprochen:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Das DLR ist das nationale Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Seine umfangreichen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr und Sicherheit sind in nationale und internationale Kooperationen eingebunden. Über die eigene Forschung hinaus ist das DLR als Raumfahrt-Agentur im Auftrag der Bundesregierung für die Planung und Umsetzung der deutschen Raumfahrtaktivitäten zuständig. Zudem fungiert das DLR als Dachorganisation für den national größten Projektträger.
In den 20 Standorten Köln (Sitz des Vorstands), Augsburg, Berlin, Bonn, Braunschweig, Bremen, Bremerhaven, Dresden, Göttingen, Hamburg, Jena, Jülich, Lampoldshausen, Neustrelitz, Oberpfaffenhofen, Oldenburg, Stade, Stuttgart, Trauen und Weilheim beschäftigt das DLR circa 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das DLR unterhält Büros in Brüssel, Paris, Tokio und Washington D.C.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Für die Entwicklung des neuen Oberstufentriebwerks Vinci der zukünftigen europäischen Trägerrakete Ariane 6 wurde im Auftrag der Europäischen Weltraumagentur ESA ein neuer Prüfstand am DLR-Standort Lampoldshausen entwickelt und gebaut. DLR-Ingenieure testen an diesem Höhensimulationsprüfstand P4.1 das Vinci-Triebwerk im Vakuum, also unter Bedingungen fast wie im Weltraum. Das macht diesen Höhensimulationsprüfstand am DLR-Standort Lampoldshausen einmalig in Europa. Das Vinci-Triebwerk wird von dem Raumfahrtunternehmen Airbus Safran Launchers entwickelt und gebaut.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Die Triebwerksprüfstände beim DLR-Institut für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen stellen eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung und Sicherstellung der Qualität von Antriebstechnologien bis hin zur Einsatzreife dar. So ist das DLR mit dem Höhensimulationsprüfstand P4 für die Entwicklung des in Europa zukünftig leistungsfähigsten Oberstufentriebwerks Vinci unverzichtbar: Wissenschaftler können Tests dank der
Simulation von Umgebungsbedingungen und Fluglasten, denen das Triebwerk bei seinem späteren Flug ausgesetzt ist, so realistisch wie möglich durchführen. Noch nie zuvor wurde in Europa ein mit den kryogenen Treibstoffen (Flüssigwasserstoff und Flüssigsauerstoff) betriebenes Oberstufentriebwerk mit 180 Kilonewton (18 Tonnen) Schub im Vakuum getestet. Dafür war es notwendig, eine neue Höhensimulationsanlage am DLR-Standort Lampoldshausen zu konstruieren und im Jahr 2005 fertigzustellen.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Das präzise Testen aller Komponenten, Triebwerke und besonders deren Zusammenspiel ermöglicht der europäischen Raumfahrt ein zuverlässigen und unabhängigen Zugang ins Weltall, von dem Jedermann profitiert. Es hat uns gereizt, all das in einem Foto zu sehen.

Wir wollten natürlich auch von Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus wissen, wie das Shooting in Lampoldshausen war.

»Das Vinci-Triebwerk in dem Höhensimulationsprüfstand zu fotografieren war eine einzigartige Gelegenheit! Und nur schwer planbar: Natürlich hatten wir im Vorfeld so viele Details wie möglich – mit dem unglaublich hilfsbereiten und netten DLR-Team – besprochen, aber ob der Höhensimulations-Test an dem geplanten Tag stattfinden würde, war nicht garantiert. Denn: bei einer so hochsensiblen und präzisen Testung wäre der Termin bei der kleinsten Ungereimtheit verschoben worden und dann hätten wir den Termin nicht mehr wahrnehmen können, da wir mit anderen Superlativen eng verplant waren…

Wir hatten mit dem DLR also ausgemacht, dass wir einen Anruf bekommen würden, ob alles geklappt hat und uns dann erst auf den Weg machen. Und der Anruf kam. Von Hamburg aus sind wir dann 600 Kilometer gen Süden gefahren und dank Staus & Co. sogar fast zu spät gekommen.

Aber wir haben es zeitig geschafft, so dass wir die sehr, sehr kurze Zeitspanne zwischen Test und Testabbau nutzen konnten, um das Triebwerk im Prüfstand zu fotografieren – eine Herausforderung, denn es war sehr dunkel in dem Raum und ich hatte große Schwierigkeiten, das Bild zu sehen…

Letztlich habe ich mich dafür entschieden, den Prüfstand wie ein Theater aussehen zu lassen. Dafür habe ich den Balgenauszug vollständig ausgezogen und 20 Minuten belichtet. Ich mag den Effekt der Zweiteilung sehr – unten ist das Triebwerk zu sehen und nicht viel mehr. Und in der oberen Hälfte steckt eine unglaubliche Technik und das Know-How von brillanten Wissenschaftlern, die das Triebwerk am Ende fliegen lässt. Faszinierend.«

*With courtesy of Airbus Safran Launchers and DLR.

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

***Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL bei uns. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne im Vorfeld bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.