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European XFEL – der leistungsfähigste Röntgenlaser der Welt

Der European XFEL ist nicht nur ein »Superlativ – Made in Germany«, er ist auch der größte und leistungsfähigste Röntgenlaser der Welt. 11 Länder sind an seinem Bau beteiligt, die über eine Milliarde Euro investieren und am 1. September 2017 wird die Anlage für ungezählte internationale Gastwissenschaftler in Betrieb genommen.

Mit am Erstaunlichsten daran ist, dass sich dieses gewaltige Forschungsvorhaben über 3,4 Kilometer Länge durch den Untergrund von Hamburg und der angrenzenden Metropolregion zieht: In bis zu 38 Metern Tiefe werden damit in Zukunft Elektronenpakete beschleunigt, so dass diese laserartige Röntgenblitze erzeugen, um Erkenntnisse über atomare Details von Viren und Zellen zu gewinnen – unter Straßen und Häusern, unter dem Hamburger Leben und Alltag. Es können darüber hinaus dreidimensionale Aufnahmen aus dem Nanokosmos entstehen, chemische Reaktionen gefilmt und Vorgänge wie die im Inneren von Planeten untersucht werden.

Wir haben Dr. Frank Poppe von der European XFEL-Öffentlichkeitsarbeit gebeten, uns einige Hintergrundinformationen zu dem Röntgenlaser wissen zu lassen – European XFEL ist übrigens die Kurzform von »European X-Ray Free-Electron Laser Facility«:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Mit dem European XFEL entsteht eine einzigartige Forschungsanlage in der Metropolregion Hamburg. Ab 2017 werden hier extrem intensive Röntgenlaserblitze erzeugt, mit denen Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt den Nanokosmos erkunden können.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Gesamtlänge: 3,4 Kilometer
Tunneltiefe: 6 bis 38 Meter
Beschleuniger: Linearbeschleuniger (1,7 km), der Elektronen auf Energien von 10 bis 17,5 Milliarden Elektronenvolt bringt, ausbaubar auf 20 Milliarden Elektronenvolt
Anzahl der Röntgenlaserlitze pro Sekunde: 27 000
Wellenlängen: 0,05 bis 4,7 Milliardstel Meter (Nanometer)
Kürzeste Dauer: wenige Billiardstel Sekunden (Femtosekunden)

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Baubeginn der Anlage war 2009 mit dem Ziel, eine weltweit führende Forschungsanlage zu errichten.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Besonders interessant ist die Verbindung von technischen Superlativen mit einem künstlerischem Ausdruck der Bilder, durch den sich neue Sichtweisen ergeben können.

Ebenjene neuen Sichtweisen waren es auch, die Superlative-Fotografen Christoph Morlinghaus beim European XFEL gesucht hat:

»Es war nicht einfach, die Größe des gesamten XFEL-Unterfangens auf ein Bild zu bekommen. Entprechend war ich vor allem froh, dass das Team um Frank Poppe es uns ermöglicht hat, einen intensiven Rundgang vor dem eigentlichen Shooting zu machen. Wir waren bei der Vorbesichtigung lange auf dem Gelände und in den Tunneln – die ja zu dem Zeitpunkt noch nicht in Betrieb waren – unterwegs. Und das immer mit Helm, gelben Gummistiefeln und mit einem ziemlich schweren Selstrettergerät für den Notfall im Gepäck.

Beeindruckt am European XFEL haben mich dabei vor allem zwei Dinge: 1. In den Tunneln stehen, auf Stahl und Beton und das viele Meter unter der Erde, kilometerlang und schränkeweise Präzisionsgeräte – die Tunnel sind voll mit exaktem, hochkomplizierten und komplexen High-Tech. Und 2. ist die Halle »HERA-Süd« sehr besonders – als ehemaliges Experimentiergebäude des im Sommer 2007 stillgelegten DESY-Teilchenbeschleunigers HERA, ist sie nun teils Lagerhalle für zu verbauende Teile, teils Forschungsstätte, teils Schaltzentrale des European XFEL-Baus. Die fast schon apokalyptisch anmutende Halle ist ebenso voll mit High-Tech wie die Tunnel: kilometerlange Kabel-Landschaften ziehen sich an den Wänden entlang, mittendrin steht auch mal ein Reinraum und Kisten und Kästen mit technischem Inhalt sind überall gestapelt. Und mittendrin gibt es immer wieder zutiefst menschliche Einblicke, so sitzen etwa Stoff-Rentier und Spiderman friedlich vereint auf einem der Reinräume.

Nach dem Rundgang habe ich dann entschieden, sowohl HERA als auch die Tunnel zu fotografieren. Das eine als Teil des Ursprungs vom European XFEL und die schier unendlich wirkenden Tunnel natürlich als Kernstück der Anlage.

Was ich an den Bildern vor allem mag ist, dass es sowohl die Halle bald so in ihrer Funktion nicht mehr gibt, als auch dass die Tunnel ab nächstem Jahr nicht mehr zu betreten sein werden. Ich durfte mit dem European XFEL also für die »Superlative – Made in Germany« ein Stück Forschungsgeschichte, ein Stück Vergangenheit und ein großes Stück Zukunft gleichzeitig fotografieren.«

Die Bilder aus dem European XFEL in der Metropolregion Hamburg:

 

* Wenn Sie mehr über den European XFEL erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

Helios Endo-Klinik – der größte Operationssaal Deutschlands in Hamburg

Hüfte, Knie, Schulter oder Ellenbogen – es kann die Zeit im Leben eines Menschen kommen, in der die Gelenke nicht mehr so belastbar sind, wie sie sollten. Eine mögliche Lösung: Eine Prothese. Die Hamburger Helios Endo-Klinik ist auf eben jene Gelenkersatzchirurgie spezialisiert und hat seit ihrer Gründung viele zehntausend Prothesen eingesetzt –  in Deutschlands größtem Operationssaal.

Dr. Michaela Freund-Widder, die Pressesprecherin der Hamburger Helios Endo-Klinik hat uns mehr zu Ihrem Superlativ erzählt:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Die Helios Endo-Klinik Hamburg ist eine Spezialklinik für Knochen-, Gelenk- und Wirbelsäulenchirurgie. In der Endo-Klinik werden jährlich über 7.500 Operationen vorgenommen. Kontinuierliche klinische Arbeit und lange Jahre der Forschung haben die Helios Endo-Klinik Hamburg zu einer medizinischen Institution von Weltruf gemacht. Mehr als 7.800 Patienten aus dem In- und Ausland vertrauen jedes Jahr dem kompetenten Ärzte- und Pflegeteam. Seit ihrer Gründung 1976 haben die Ärzte der Helios Endo-Klinik Hamburg 150.000 Gelenkprothesen implantiert. Neben dem Einsetzen von Erstimplantaten nehmen die Ärzte der Helios Endo-Klinik Hamburg jährlich über 1.400 Implantat-Wechsel vor. Mit dieser Anzahl ist die Endo-Klinik weltweit führend.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Unser Operationssaal verfügt über vier vollständige OP-Einheiten – entsprechend können vier Patienten gleichzeitig operiert werden.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Das Herzstück jeder Klinik sind die Operationssäle. Mit modernster Technik ausgestattet, bieten sie in Kombination mit der Arbeit erfahrener und routinierter Operateure ein Maximum an Behandlungsqualität für die Patienten.
Eine innovative Besonderheit bietet der Raum mit vier OP-Tischen für die minimalinvasive Chirurgie. Diese räumliche Konzentration ermöglicht die schnelle Kommunikation unter Ärzten – und damit das unmittelbare Einholen einer zweiten Meinung im Bedarfsfall. Der Patient wird optimal ohne Prozessverzögerung behandelt. Die Raumstruktur gewährt eine offene und transparente Arbeitsweise und vor allem eine flexible Zuordnung der Anästhesisten.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Wir haben uns natürlich sehr gefreut, dass unser Großraum-OP zu den Superlativen Deutschlands zählt. Deshalb hat uns das Projekt auch direkt angesprochen. Fotos von unserem Großraum-OP gibt es viele. Die Idee aber, unseren Großraum-OP auch aus einer künstlerischen Perspektive zu sehen, fanden wir sehr spannend.

Wir wollten selbstverständlich auch von Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus wissen, wie das Shooting im Operationssaal für ihn war:

»Wir durften tatsächlich im OP während der vielen und auch parallel laufenden Operationen dabei sein und fotografieren. Das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, denn auch von diesem Motiv träume ich schon sehr, sehr lange…

Es war unglaublich für mich, all die Sinneseindrücke zu verarbeiten und in einem Bild umzusetzen: Es war laut, die Geräusche reichten von Bohrmaschinen bis zum Stimmengewirr der vielen verschiedenen Gespräche an den Tischen. Es roch streng nach Blut und angesengten Knochen. Dazu die lockere Stimmung derjenigen, die das alltäglich machen, plus dem eigentlichen archaischen Akt des Operierens, das aber wiederum mit höchster Präzision und in einer sehr modernen, hochtechnisierten Umgebung…

Das alles zusammen war eine einzigartige Erfahrung!«

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

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Airbus – Sektionsmontage des größten Flugzeuges der Welt in Hamburg

Nicht wenige Hamburger erinnern sich an jenen Tag Ende August 2005, als das größte Passagierflugzeug der Welt das erste Mal über die Stadt flog. Und an den Tag im November desselben Jahres, als es dann das erste Mal landete. Das Ziel: Das Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder. Zweieinhalb Stunden zuvor war der A380 im französichen Toulouse gestartet, um von Stund an in der Hansestadt in Serie lackiert und mit Sitzen versehen zu werden.

Der A380 ist ein europäisches Vorzeigeobjekt par excellence, eine Gemeinschaftsproduktion, an der neben Deutschland und Frankreich auch Werke in Großbritannien und Spanien beteiligt sind – so kommen etwa die Flügel aus dem britischen Broughton, die Flugsteuerung aus Toulouse, das Seitenleitwerk aus Stade, die Rumpfsektion 18, die Bugsektion 13 und ein Teil der Sektion 15 aus Hamburg oder das Höhenleitwerk aus dem spanischen Getafe. Die Komponenten werden aus den verschiedenen Standorten per Schiff oder Flugzeug nach Toulouse gebracht, wo dann die Endmontage stattfindet. Um dann wieder nach Hamburg zu fliegen, wo der Riese mit der Innenausrüstung der Kabine versehen und lackiert wird – erst dann erfolgt die Auslieferung an die Kunden in Europa oder dem Nahen Osten. Apropos Kunden: Im Jahr 2007 wurde der erste fertige A380 an Singapore Airlines ausgeliefert.

Die Geschichte des A380 geht indes bis in die 1980er Jahre zurück, in denen eine erste Machbarkeitsstudie zu einem Flugzeug in der Größenordnung angefertigt wurde. Über die Jahre nahmen sowohl die Pläne dafür, als auch die Marktsituation derart gestalt an, dass Airbus im Jahr 2001 mit der Konstruktion begann. Bis heute, also 16 Jahre später, wurden 210 Maschinen in alle Welt ausgeliefert, weitere 100 Bestellungen warten darauf, in den Werken Europas gefertigt zu werden.

Bei einem Preis von etwa 430 Millionen US-Dollar pro Flieger kann man sich also in etwa vorstellen, das Konstruktion, Teileanfertigung und Sektionsmontagen einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor für die jeweiligen Produktionsstätten darstellen. Alleine in Hamburg-Finkenwerder hat das Werk – das neben der Sektionsmontage des A380 auch noch an weiteren Flugzeugreihen mitwirkt – 12.500 Mitarbeiter. Damit ist Airbus nicht nur federführend für die Sektionsmontage des größten Flugzeuges der Welt, sondern auch der größte Flugzeugbauer Deutschlands. Ein echtes Superlativ – Made in Germany.

Natürlich wollten wir auch von Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus wissen, wie es für ihn war, bei Airbus zu fotografieren:

»Zuerst einmal war ich ausgesprochen glücklich, dass Airbus zugesagt hat! Es ist seit Jahren mein Traum, dort zu fotografieren und bislang wurde noch jede Fotoanfrage meinerseits abgelehnt. Umso begeisterter war ich, dass wir dort für die Superlative fotografieren durften!

Tatsächlich habe ich mich dann am ersten Tag in den Werkshallen gefühlt, als würde Ostern Weihnachten und mein Geburtstag auf einen Tag fallen – mich haben die Motive quasi angesprungen, ich wusste gar nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören sollte. Wir durften knapp zwei Tage fotografieren, aber ich hätte noch viel, viel mehr Zeit dort verbringen können.

Die Fotos tatsächlich zu machen war allerdings nicht so einfach, denn in der gesamten Halle ist immer viel Bewegung. Das scheint auf den ersten Blick nicht so, weil alles so groß und damit unbeweglich erscheint. Aber es herrscht in der tat ein ständiger Wechsel und das ist bemerkenswert.

Bemerkenswert sind auch die Atmosphäre und Ausgestaltung der Hallen: Alles ist sehr sauber, hell, die Farben sind aufeinander abgestimmt und es ist bemerkenswert ruhig. Mich hat alles dort an das Kennedy Space Center in Miami erinnert, also eher an ein Labor, als an eine Schwerindustriemontage.

Alles in allem war es einfach toll, das alles mal zu sehen. Und ich darf tatsächlich nochmal wiederkommen – das werde ich sicher gerne in Anspruch nehmen!«

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL bei uns. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne im Vorfeld bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

 

»Superlative – Made in Germany»: Eine Idee entsteht

Es ist die fotografisch-organisatorische Königsdisziplin: Ein freies fotografisches Projekt anzustoßen und in der Größenordnung der »Superlative – Made in Germany« auch tatsächlich zu realisieren. Gemeinsam haben sich Edda Fahrenhorst, Mitgründerin und -inhaberin der Agentur fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit und der Fotograf Christoph Morlinghaus dieser Aufgabe gestellt.

Zu den Anfängen: Wie kam es dazu, dass Ihr zusammen arbeitet?
Christoph Morlinghaus: Anfang 2014 hatte ich mit Blick auf meine Arbeiten und meine Kunden festgestellt, dass ich gerne mehr in Richtung Industrie und vor allem auch mehr in Deutschland machen würde. Ich habe dann ganz schlicht gegoogelt und fotogloria wurde mir ziemlich sofort zur Kombination Fotografie und Industrie angezeigt. Mit Blick auf die Website war klar, dass die Agentur genau das macht, was ich mir vorgestellt habe. Also habe ich mich hingesetzt und eine Email geschrieben.

Edda Fahrenhorst: Die ersten Emails, die hin- und hergingen, habe ich sogar noch irgendwo, denn das war bereits zu dem Zeitpunkt ein sehr nettes Gespräch. Und spätestens nachdem wir das erste Mal gemeinsam an einem Tisch gesessen haben war klar, dass wir ähnliche Ideen zur Fotografie haben – wenn auch aus verschiedenen Ecken kommend – und entsprechend sehr gut zusammen passen könnten.

Warum wolltet Ihr ein freies fotografisches Projekt realisieren?
Edda Fahrenhorst: Die tägliche Arbeit in unserer Agentur fotogloria ist es unter anderem, Unternehmen und Institutionen im fotografischen Hinblick auf ihre Unternehmenskommunikation zu beraten und dann den dazu passenden Fotografen zu vermitteln. Das ist spannend und macht großen Spaß, die Fotografie ist aber natürlich immer sehr eng an die Vorstellungen der jeweiligen Unternehmenskommunikation gekoppelt. Da das auch für Christophs Arbeit gilt, waren wir einfach daran interessiert, ein eigenes Thema auszuarbeiten, mit dem wir einen freien inhaltlichen und fotografischen Blick auf einen Sachverhalt werfen können.

Christoph Morlinghaus: Es erschien uns außerdem sinnvoll, zusammen zu arbeiten. So konnte jeder von uns seine Stärken und Erfahrungen einbringen. Außerdem habe ich immer wieder in meiner Laufbahn Projekte gemacht und es war mir einfach wichtig, mal wieder frei zu arbeiten.

Apropos eigenes Thema: Wie kam es zu der Idee zu »Superlative – Made in Germany«?
Edda Fahrenhorst: Im Sommer 2015 haben wir beschlossen, gemeinsam ein freies Projekt zu realisieren. Für mich war von Anfang an dabei wichtig, dass wir einen zeitgemäßen, umfassenden und möglichst viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte abdeckenden Blick auf Deutschland werfen. Ich habe mich also erneut in Christophs Arbeit vertieft und bin seine bisherigen Arbeiten durchgegangen. Dabei haben sich zwei Punkte herauskristallisiert:  Christoph hat überhaupt keine Angst vor Größe, was man etwa bei seinem Projekt »Form and Faith« über gigantische Kirchbauten in den USA sehen kann. Das ist jedenfalls, fotografisch betrachtet, eine echte Besonderheit, denn wer behält schon einen kühlen Kopf angesichts riesiger Dimensionen, die konzentriert auf ein Bild gebannt werden sollen. Und zweitens: Christophs Bilder sind außergewöhnlich – sie zeigen einen außergewöhnlichem Blick und sind von außergewöhnlicher fotografischer Qualität.
Wortwörtlich »über Nacht« ist dann Anfang dieses Jahres aus Inhalt und Fotografie das Thema »Superlative – Made in Germany« geworden.

 

Christoph, konntest Du Dich sofort mit dem Thema identifizieren?
Christoph Morlinghaus: Ja, dass konnte ich. Mich hat Größe schon immer interessiert und ich habe in den USA schon einige Superlative fotografiert, ich war beispielsweise auf dem größten Solarfeld oder im größten Gewächshaus, auf Ölfeldern oder in unterirdischen Labyrinthen. Insofern war die Idee perfekt für mich und meine Fotografie.

Ein Projekt in der Größenordnung hängt im ersten Schritt ganz stark von der Finanzierung ab, wie habt Ihr das geschafft?
Christoph Morlinghaus: Wir hatten dafür intern eine Abmachung: Wenn ich mit dem Projekt das Stipendium der VG BildKunst in voller Höhe zugesagt bekomme, dann starten wir.

Edda Fahrenhorst: Das Stipendium und damit auch der Startschuss für das Projekt kamen Mitte Juni und wir haben uns riesig gefreut. Aber es war auch klar, dass wir noch viel mehr Unterstützung brauchen würden und die haben wir auch bekommen – sowohl in der Kooperation mit dem BDI als auch durch Kodak Alaris, die uns viele Großbildfilme zur Verfügung gestellt haben oder auch durch Olympus und die Agentur UP there, everywhere, die uns toll unterstützt haben. Ihnen allen gilt unser großer Dank. Und natürlich haben wir selber ungezählte Arbeitsstunden und auch viele Euro in das Projekt gesteckt.

Wie habt Ihr die Durchführung des Projektes organisiert?
Christoph Morlinghaus: Zuerst haben wir eine Liste mit etwa 35 Wunsch-Superlativen durch alle Themenbereiche recherchiert.

Edda Fahrenhorst: Von denen wir mindestens zehn realisieren…

Christoph Morlinghaus: …aber eigentlich 20 fotografieren wollten. Und die 20 sind es dann auch geworden!

Edda Fahrenhorst: Jedenfalls habe ich eben jene Superlative, genauer gesagt natürlich die Unternehmen und Institutionen, angeschrieben und angerufen. Nicht immer bin ich sofort bei der richtigen Person angekommen, aber ich wurde immer so lange weiterverbunden, bis ich bei dem zuständigen Ansprechpartner gelandet bin. Dabei war meine fabelhafte Erfahrung: Ich bin fast überall sofort auf offene Ohren und Türen gestoßen!

Christoph Morlinghaus: Ich bin dann Anfang August aus Miami – wo ich seit ein paar Jahren wohne – nach Deutschland gekommen und habe mich relativ bald gemeinsam mit meinem Assistenten Raphael Janzer auf den Weg durch Deutschland gemacht.

Edda Fahrenhorst: Schon während Christoph auf der Reise war und die ersten Superlative fotografiert hatte, habe ich immer weiter Termine gemacht und Christoph und Raphael ziemlich im Zickzack durch Deutschland geschickt…

Christoph Morlinghaus: …wobei wir insgesamt über 8.000 Kilometer gefahren sind.

Edda Fahrenhorst: 20 Superlative später war die Phase der Fotografie dann vorbei und für mich war es an der Zeit, mich in die Gedanken um Superlative-Website & Co. zu vertiefen. Für Christoph folgte dann nochmal ein ganz großer Brocken Arbeit.

Christoph Morlinghaus: Ja, ich habe, zurück in Miami, erstmal alle Filme entwickelt und gescannt. Aber ganz reibungslos ging das auch nicht: Direkt nach meiner Landung musste ich nämlich zuallererst mein gesamtes Equipment zusammenpacken und vor Hurricane Matthew in Sicherheit bringen. Das war meine erste Zwangspause. Die zweite kam etwa drei Wochen später: Mein Rechner, der mit dem Scanner zusammen läuft, ist kaputt gegangen. Das hat mich dann noch mal eine Woche Zeit, viel Geld und am allermeisten Nerven gekostet. Aber letztendlich konnte ich Mitte November endlich alle Bilder zu Edda schicken.

Was war denn die größte organisatorische Herausforderung?
Edda Fahrenhorst: Die Zeit war sehr kurz. Wir haben vom eigentlichen Startschuss Mitte Juni bis zum letzten Foto am 2. Oktober entsprechend in nur dreieinhalb Monaten alle Superlative plus Sponsoring organisiert und durchgezogen, das war schon sportlich. Aber ehrlich gesagt entspricht uns dieses Tempo, wir laufen alle zur Höchstform auf, wenn der Druck steigt…
Apropos alle – Christoph und ich haben das Projekt natürlich nicht alleine gestemmt. An der Realisierung waren ebenso meine Kollegen Mike Gamio und Jochen Raiß nicht unerheblich beteiligt. Mike ist etwa viel mit Christoph zusammen zu den Terminen gefahren, ist verantwortlich für den Bau der Superlative-Website und vieles andere mehr.  Jochen hat einiges recherchiert und ein paar Wege zu Unternehmen gebahnt und beide gemeinsam haben uns den Rücken in der Agentur frei gehalten – ohne dem hätten wir gar nicht so intensiv an dem Projekt arbeiten können. Und dann war natürlich noch Raphael Janzer an dem Projekt beteiligt. Ursprünglich als Assistent geplant, hat er schon vom ersten Tag an die gesamte Projektdokumentation in Foto und Film übernommen und seine Sache wirklich mehr als großartig gemacht. Seine Arbeit ermöglicht uns einen tiefen Einblick in Christophs Arbeitsweise und nimmt uns mit auf die Reise zu den Superlativen – die Bilder sind übrigens auf unserem Superlative-Instagram-Account zu sehen. Insgesamt: Ein wirklich tolles Team, mit dem es Spaß macht, zu arbeiten!

Von links nach rechts: Mike Gamio (fotogloria), Edda Fahrenhorst (fotogloria), Raphael Janzer (Projektdokumentation und Assistenz), Christoph Morlinghaus (Fotograf Superlative) und Jochen Raiß (fotogloria)

Für 2017 ist geplant, viele weitere Superlative zu fotografieren – wie ist es dazu gekommen?
Edda Fahrenhorst: Das hat mehrere Gründe. Der erste ist, dass es noch sehr, sehr viele spannende Superlative in Deutschland zu entdecken gibt. Der zweite ist, dass wir in der ersten Phase gar nicht alle Superlative fotografieren konnten, so haben wir bereits Zusagen etwa von dem dem modernsten Luftdrehkreuz der DHL, von dem modernsten Konzertsaal Deutschlands, der Elbphilharmonie, von dem größten Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr und noch einige andere mehr. Und dann ist natürlich noch die Partnerschaft mit dem Bundesverband der deutschen Industrie e.V., dem BDI, zu nennen, denn: Gemeinsam mit dem BDI gehen wir auf die Suche nach den spannendsten Superlativen und sprechen gemeinsam Unternehmen in Deutschland an. Ich bin mir sicher, dass wir als Ergebnis dieser Suche noch viele interessante »Superlative – Made in Germany« finden werden.

Christoph Morlinghaus: Neben den genannten Gründen planen wir vor allem, aus den Bildern eine große Ausstellung und einen opulenten Bildband zu machen. Und dafür sind 20 einfach noch nicht genug. Ich würde gerne 50 Superlative fotografieren. Oder vielleicht sogar 100.

Und welche Superlative wünscht Ihr Euch noch?
Edda Fahrenhorst: Die genannten sind schon klasse, da freue ich mich drauf. Ich persönlich würde gerne noch mehr zum Thema Forschung machen, das Fraunhofer-Institut etwa arbeitet an so vielen spannenden und zukunftsweisenden Themen, das Helmholtz-Institut sicher auch. Und das Goethe-Institut…

Christoph Morlinghaus: Forschung finde ich auch spannend. Mich interessiert außerdem das Thema Massenlandwirtschaft – ich würde etwa gerne die größte Geflügelzucht Deutschlands fotografieren, aber da ist nicht ganz leicht dranzukommen. Die gelbe Wand beim Revierclub BVB wäre auch super. Oder die teuerste Baustelle Deutschlands, den Berliner Flughafen. Die Nationalbibliothek würde mich sehr interessieren und als Energieerzeuger würde ich gerne das größte Atomkraftwerk fotografieren… Es gibt da draußen noch sehr viel zu tun!

 

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit  und die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer.

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Medienpartner: Das Magazin GEO

Als exklusiver Medienpartner unterstützt das Magazin GEO das Projekt »Superlative – Made in Germany«

 

 

* GEO erzählt Geschichten, die Herz und Hirn verändern. Wissen ist heute leicht zugänglich und überall verfügbar, aber nur jenes Wissen ist bedeutsam, das etwas mit uns Menschen macht, das uns weiterbringt. Dafür muss man länger suchen und tiefer recherchieren, so wie es die Spezialität von GEO ist. Und es dann opulent bebildern und unterhaltsam aufschreiben. Jeden Monat nährt GEO eines der stärksten positiven Gefühle, die wir Menschen kennen: die Neugier. Sie wird erfüllt, wenn man etwas erfährt, das neue Horizonte eröffnet, das einem die Welt mit anderen Augen sehen lässt. GEO: das Neugier-Magazin.

1976 wurde GEO als eines der aufwendigsten Magazine der Nachkriegszeit gegründet, und das Blatt hat seitdem Zeitschriftengeschichte geschrieben. Aus dem Magazin GEO ist mittlerweile ein ganzer GEO-Kosmos mit zahlreichen Magazinreihen entstanden.

 

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Kooperations- und Kommunikationspartner: UP THERE, EVERYWHERE

Gemeinsam mit der Agentur UP THERE, EVERYWHERE wird das Projekt »Superlative – Made in Germany« in alle Kanäle kommuniziert.

 

 

*UP ist als erste globale Full-Service Agentur, die Cloud-basiert arbeitet, ein Partner und ein Superlativ mit besonderen Qualitäten. Das internationale Team setzt sich aus über 180 ausgewiesenen Branding- und Marketingexperten zusammen. UP entwickelt strategische und nachhaltige Marken- und Kommunikationskonzepte für Unternehmen und Organisationen ebenso wie Städte, Regionen und Länder.

 

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