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Dreißig »Superlative — Made in Germany«

Bis heute haben wir dreißig »Superlative – Made in Germany« in ganz Deutschland und aus den verschiedensten Themengebieten fotografiert:

AIRBUS in Hamburg – Endmontage für das größte Passagierflugzeug der Welt, den A380
• ATTA-HÖHLE in Attendorn – die größte Tropfsteinhöhle Deutschlands
AURUBIS in Hamburg – der größte Kupferproduzent und Kupferwiederverwerter Europas
AVG (Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln) in Köln – die durchsatzstärkste Müllverbrennungsanlage Deutschlands
CASINO BADEN-BADEN – das älteste Casino Deutschlands
CLAAS in Harsewinkel – der größte Landmaschinenhersteller Deutschlands
COMMERZBANK TOWER in Frankfurt – das höchste Gebäude Deutschlands
DEUTSCHES LUFT- UND RAUMFAHRTZENTRUM in Lampoldshausen – das Vinci-Triebwerk für die Ariane-2-Mission im Höhensimulationsprüfstand, der einzige in Deutschland
DOM ZU TRIER – die älteste christliche Kirche Deutschlands
EMSFLOWER in Emsbüren – das größte Gewächshaus Deutschlands und Europas
EUROPEAN XFEL in Hamburg – der leistungsfähigste Röntgenlaser der Welt
FRAPORT – die größte Flughafen-Gepäcklogistik Deutschlands
FRAUNHOFER IIS in Erlangen – das größte Schalllabor seiner Art Deutschlands
und Geburtsstätte des MP3-Formats
G20 in Hamburg – Deutschlands größter politischer Gipfel
GARZWEILER im Ruhrgebiet – das größte Braunkohlerevier Deutschlands
GLASHÜTTE LAMBERTS in Waldsassen– die größte Glashütte Deutschlands
GÜZ SCHNÖGGERSBURG – Deutschlands größtes Gefechtsübungszentrum
und Geburtsstätte des MP3-Formats
HELIOS ENDO-KLINIK in Hamburg – der größte Operationssaal Deutschlands
HERMES in Haldensleben – das größte E-Commerce-Warehouse Deutschlands
HOFBRÄU-FESTZELT in München – das größte Festzelt auf dem Oktoberfest
KINO LICHTBURG in Essen – das größte Kino in Deutschland
KOCHERTALBRÜCKE bei Geisslingen – die höchste Talbrücke Deutschlands
LANXESS-ARENA – die größte Mehrzweckhalle Deutschlands
LIBEROSER WÜSTE – die größte Wüste Deutschlands
METROPOLITAN BACKLOT in Potsdam – die größte Außenkulisse Deutschlands
MEYER WERFT in Papenburg – die größte Werft Deutschlands
PHOENIX CONTACT – das leistungsstärkste Hochstromlabor Deutschlands
SYNLIGHT in Jülich – die größte künstliche Sonne der Welt
THERME ERDING – die größte Therme Deutschlands und Europas
ZENTRALMOSCHEE KÖLN – die größte Moschee Deutschlands

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne bei uns per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

European XFEL – der leistungsfähigste Röntgenlaser der Welt

Der European XFEL ist nicht nur ein »Superlativ – Made in Germany«, er ist auch der größte und leistungsfähigste Röntgenlaser der Welt. 11 Länder sind an seinem Bau beteiligt, die über eine Milliarde Euro investieren und am 1. September 2017 wird die Anlage für ungezählte internationale Gastwissenschaftler in Betrieb genommen.

Mit am Erstaunlichsten daran ist, dass sich dieses gewaltige Forschungsvorhaben über 3,4 Kilometer Länge durch den Untergrund von Hamburg und der angrenzenden Metropolregion zieht: In bis zu 38 Metern Tiefe werden damit in Zukunft Elektronenpakete beschleunigt, so dass diese laserartige Röntgenblitze erzeugen, um Erkenntnisse über atomare Details von Viren und Zellen zu gewinnen – unter Straßen und Häusern, unter dem Hamburger Leben und Alltag. Es können darüber hinaus dreidimensionale Aufnahmen aus dem Nanokosmos entstehen, chemische Reaktionen gefilmt und Vorgänge wie die im Inneren von Planeten untersucht werden.

Wir haben Dr. Frank Poppe von der European XFEL-Öffentlichkeitsarbeit gebeten, uns einige Hintergrundinformationen zu dem Röntgenlaser wissen zu lassen – European XFEL ist übrigens die Kurzform von »European X-Ray Free-Electron Laser Facility«:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Mit dem European XFEL entsteht eine einzigartige Forschungsanlage in der Metropolregion Hamburg. Ab 2017 werden hier extrem intensive Röntgenlaserblitze erzeugt, mit denen Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt den Nanokosmos erkunden können.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Gesamtlänge: 3,4 Kilometer
Tunneltiefe: 6 bis 38 Meter
Beschleuniger: Linearbeschleuniger (1,7 km), der Elektronen auf Energien von 10 bis 17,5 Milliarden Elektronenvolt bringt, ausbaubar auf 20 Milliarden Elektronenvolt
Anzahl der Röntgenlaserlitze pro Sekunde: 27 000
Wellenlängen: 0,05 bis 4,7 Milliardstel Meter (Nanometer)
Kürzeste Dauer: wenige Billiardstel Sekunden (Femtosekunden)

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Baubeginn der Anlage war 2009 mit dem Ziel, eine weltweit führende Forschungsanlage zu errichten.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Besonders interessant ist die Verbindung von technischen Superlativen mit einem künstlerischem Ausdruck der Bilder, durch den sich neue Sichtweisen ergeben können.

Ebenjene neuen Sichtweisen waren es auch, die Superlative-Fotografen Christoph Morlinghaus beim European XFEL gesucht hat:

»Es war nicht einfach, die Größe des gesamten XFEL-Unterfangens auf ein Bild zu bekommen. Entprechend war ich vor allem froh, dass das Team um Frank Poppe es uns ermöglicht hat, einen intensiven Rundgang vor dem eigentlichen Shooting zu machen. Wir waren bei der Vorbesichtigung lange auf dem Gelände und in den Tunneln – die ja zu dem Zeitpunkt noch nicht in Betrieb waren – unterwegs. Und das immer mit Helm, gelben Gummistiefeln und mit einem ziemlich schweren Selstrettergerät für den Notfall im Gepäck.

Beeindruckt am European XFEL haben mich dabei vor allem zwei Dinge: 1. In den Tunneln stehen, auf Stahl und Beton und das viele Meter unter der Erde, kilometerlang und schränkeweise Präzisionsgeräte – die Tunnel sind voll mit exaktem, hochkomplizierten und komplexen High-Tech. Und 2. ist die Halle »HERA-Süd« sehr besonders – als ehemaliges Experimentiergebäude des im Sommer 2007 stillgelegten DESY-Teilchenbeschleunigers HERA, ist sie nun teils Lagerhalle für zu verbauende Teile, teils Forschungsstätte, teils Schaltzentrale des European XFEL-Baus. Die fast schon apokalyptisch anmutende Halle ist ebenso voll mit High-Tech wie die Tunnel: kilometerlange Kabel-Landschaften ziehen sich an den Wänden entlang, mittendrin steht auch mal ein Reinraum und Kisten und Kästen mit technischem Inhalt sind überall gestapelt. Und mittendrin gibt es immer wieder zutiefst menschliche Einblicke, so sitzen etwa Stoff-Rentier und Spiderman friedlich vereint auf einem der Reinräume.

Nach dem Rundgang habe ich dann entschieden, sowohl HERA als auch die Tunnel zu fotografieren. Das eine als Teil des Ursprungs vom European XFEL und die schier unendlich wirkenden Tunnel natürlich als Kernstück der Anlage.

Was ich an den Bildern vor allem mag ist, dass es sowohl die Halle bald so in ihrer Funktion nicht mehr gibt, als auch dass die Tunnel ab nächstem Jahr nicht mehr zu betreten sein werden. Ich durfte mit dem European XFEL also für die »Superlative – Made in Germany« ein Stück Forschungsgeschichte, ein Stück Vergangenheit und ein großes Stück Zukunft gleichzeitig fotografieren.«

Die Bilder aus dem European XFEL in der Metropolregion Hamburg:

 

* Wenn Sie mehr über den European XFEL erfahren möchten, dann bitte HIER entlang

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

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Kochertalbrücke – die höchste Talbrücke Deutschlands

Im Jahr 2019 feiert sie bereits ihren vierzigsten Geburtstag: Die mit 185 Metern höchste Talbrücke Deutschlands – die Kochertalbrücke.

Drei Jahre dauerte der Bau ebenjener Brücke, die als Teil der A6 das Kochertal bei Geisslingen mit einer Länge von 1.128 Metern überspannt. Als direkte Verbindung zwischen Prag und Paris fahren täglich 50.000 Fahrenzeuge über die Brücke, die übrigens zusätzlich auch noch einen Weltrekord inne hat: Ihre 178 m hohen Brückenpfeiler sind die höchsten aller Balkenbrücken weltweit!

Natürlich wollten wir von Christoph wissen, wie er die Kochertalbrücke aufs Bild bekommen hat:

»Zwar hatten wir die Brücke im Vorfeld zu dem Projekt schon recherchiert, aber wir hatten sie noch gar nicht auf unserem unmittelbaren Terminplan genommen. Und auf einmal standen wir ganz überraschend vor ihr. Eigentlich waren wir in der Gegend, um beim DLR in Lampoldshausen den Höhensimulationsprüfstand P4.1 für die Ariane-6-Mission zu fotografieren und ich hatte zufällig ein Zimmer in einem Dörfchen nur zwei Minuten von der Brücke entfernt gebucht.

An dem Abend sind wir kreuz und quer gefahren, haben uns über Forststraßen und an Waldrändern entlang regelrecht durchgeschlagen, um den besten Blick auf die Brücke zu finden.

Richtig gerne erinnere ich mich auch an die Rückkehr in den Ort Braunsbach, denn dort war Dorffest und wir haben bei Zweibelbraten und Bier sehr freundliche Bekanntschaften gemacht…

Am nächsten Morgen jedenfalls sind wir sehr früh aufgestanden, um die Brücke im sommerlichen Morgenlicht zu fotografieren…«

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer, die Texte schreibt Edda Fahrenhorst und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

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Airbus – Sektionsmontage des größten Flugzeuges der Welt in Hamburg

Nicht wenige Hamburger erinnern sich an jenen Tag Ende August 2005, als das größte Passagierflugzeug der Welt das erste Mal über die Stadt flog. Und an den Tag im November desselben Jahres, als es dann das erste Mal landete. Das Ziel: Das Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder. Zweieinhalb Stunden zuvor war der A380 im französichen Toulouse gestartet, um von Stund an in der Hansestadt in Serie lackiert und mit Sitzen versehen zu werden.

Der A380 ist ein europäisches Vorzeigeobjekt par excellence, eine Gemeinschaftsproduktion, an der neben Deutschland und Frankreich auch Werke in Großbritannien und Spanien beteiligt sind – so kommen etwa die Flügel aus dem britischen Broughton, die Flugsteuerung aus Toulouse, das Seitenleitwerk aus Stade, die Rumpfsektion 18, die Bugsektion 13 und ein Teil der Sektion 15 aus Hamburg oder das Höhenleitwerk aus dem spanischen Getafe. Die Komponenten werden aus den verschiedenen Standorten per Schiff oder Flugzeug nach Toulouse gebracht, wo dann die Endmontage stattfindet. Um dann wieder nach Hamburg zu fliegen, wo der Riese mit der Innenausrüstung der Kabine versehen und lackiert wird – erst dann erfolgt die Auslieferung an die Kunden in Europa oder dem Nahen Osten. Apropos Kunden: Im Jahr 2007 wurde der erste fertige A380 an Singapore Airlines ausgeliefert.

Die Geschichte des A380 geht indes bis in die 1980er Jahre zurück, in denen eine erste Machbarkeitsstudie zu einem Flugzeug in der Größenordnung angefertigt wurde. Über die Jahre nahmen sowohl die Pläne dafür, als auch die Marktsituation derart gestalt an, dass Airbus im Jahr 2001 mit der Konstruktion begann. Bis heute, also 16 Jahre später, wurden 210 Maschinen in alle Welt ausgeliefert, weitere 100 Bestellungen warten darauf, in den Werken Europas gefertigt zu werden.

Bei einem Preis von etwa 430 Millionen US-Dollar pro Flieger kann man sich also in etwa vorstellen, das Konstruktion, Teileanfertigung und Sektionsmontagen einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor für die jeweiligen Produktionsstätten darstellen. Alleine in Hamburg-Finkenwerder hat das Werk – das neben der Sektionsmontage des A380 auch noch an weiteren Flugzeugreihen mitwirkt – 12.500 Mitarbeiter. Damit ist Airbus nicht nur federführend für die Sektionsmontage des größten Flugzeuges der Welt, sondern auch der größte Flugzeugbauer Deutschlands. Ein echtes Superlativ – Made in Germany.

Natürlich wollten wir auch von Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus wissen, wie es für ihn war, bei Airbus zu fotografieren:

»Zuerst einmal war ich ausgesprochen glücklich, dass Airbus zugesagt hat! Es ist seit Jahren mein Traum, dort zu fotografieren und bislang wurde noch jede Fotoanfrage meinerseits abgelehnt. Umso begeisterter war ich, dass wir dort für die Superlative fotografieren durften!

Tatsächlich habe ich mich dann am ersten Tag in den Werkshallen gefühlt, als würde Ostern Weihnachten und mein Geburtstag auf einen Tag fallen – mich haben die Motive quasi angesprungen, ich wusste gar nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören sollte. Wir durften knapp zwei Tage fotografieren, aber ich hätte noch viel, viel mehr Zeit dort verbringen können.

Die Fotos tatsächlich zu machen war allerdings nicht so einfach, denn in der gesamten Halle ist immer viel Bewegung. Das scheint auf den ersten Blick nicht so, weil alles so groß und damit unbeweglich erscheint. Aber es herrscht in der tat ein ständiger Wechsel und das ist bemerkenswert.

Bemerkenswert sind auch die Atmosphäre und Ausgestaltung der Hallen: Alles ist sehr sauber, hell, die Farben sind aufeinander abgestimmt und es ist bemerkenswert ruhig. Mich hat alles dort an das Kennedy Space Center in Miami erinnert, also eher an ein Labor, als an eine Schwerindustriemontage.

Alles in allem war es einfach toll, das alles mal zu sehen. Und ich darf tatsächlich nochmal wiederkommen – das werde ich sicher gerne in Anspruch nehmen!«

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlativ? Melden Sie sich gerne per EMAIL bei uns. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne im Vorfeld bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

 

Meyer Werft – die größte Werft Deutschlands in Papenburg

Wenn man im Lexikon nachschlägt, erfährt man über die geographische Lage von Papenburg, dass es die nördlichste Stadt des Landkreises Emsland ist, dass die Stadt nur 15 Kilometer östlich der niederländischen Grenze liegt, und das im Westen der Stadt sowohl der Dortmund-Ems-Kanal als auch die Ems Ihren Weg zur See finden. Außerdem schmückt sich Papenburg mit dem Attribut, der südlichste Seehafen Deutschlands zu sein.

Vor allem aber beheimatet Papenburg, nicht zuletzt dank genau dieser optimalen geographischen Bedingungen, seit mehr als 220 Jahren eines der beeindruckendsten »Superlative – Made in Germany«: Die Meyer Werft – die größte Werft Deutschlands.

Meyer Werft: Kreuzfahrtschiffe für Kunden aus der ganzen Welt

Als einer der größten Arbeitgeber der Region baut die Werft riesige Kreuzfahrtschiffe, Fähren und Gastanker für Kunden aus aller Welt, die ein- bis zweimal jährlich in die nahe gelegene Nordsee überführt werden. Für das groß angelegte Fotoprojekt »Superlative – Made in Germany« durften wir in der Meyer Werft fotografieren und Michael Wessels (Unternehmenskommunikation Meyer Werft) hat uns einige Fragen zu dem Unternehmen beantwortet:

Herr Wessels, bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Die in Papenburg ansässige Meyer Werft GmbH & Co. KG wurde 1795 gegründet und befindet sich in siebter Generation im Familienbesitz. Als Geschäftsführende Gesellschafter leiten Bernard Meyer, Dr. Jan Meyer, Tim Meyer und Lambert Kruse, die Geschicke des Unternehmens.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Unternehmen wissen.
Die Meyer Werft beschäftigt heute mehr als 3.300 Menschen und gehört zu den größten Arbeitgebern der Region. Das private Familienunternehmen bildet rund 270 Auszubildende in neun verschiedenen Berufen aus. Die Werft hat Beschäftigung bis in das Jahr 2023.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Wir sind mit den Anforderungen unserer Kunden und unseren Schiffprojekten gewachsen.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?
Eine nette Anfrage von fotogloria.

Natürlich wollten wir auch von dem Superlative-Fotografen Christoph Morlinghaus wissen, was er in der größten Werft Deutschlands erlebt hat:

»Der Termin bei der Meyer Werft war der allererste Superlative-Termin überhaupt – am 8.8.2016 – und ich wusste nur, was Michael Wessels vorher an fotogloria geschrieben hatte: ‚Der Fotograf kann mich dann auch begleiten, wenn ich ein aktuelles Bild vom Schiff mache. Ich mache die Bilder von oben in der Halle, das ist eine einmalige Gelegenheit, da dorthin sonst keine Besucher mit dürfen. Da wir aber keinen Aufzug nach oben haben, ist es ein langer Weg mit 239 Treppenstufen.‘

Nicht, das wir viele Treppenstufen scheuen würden, aber mit etwa 100 Kilo Equipment im Gepäck haben wir dafür dann nur das Nötigste geschultert und sind Michael Wessels den langen, den sehr langen Weg nach oben gefolgt. Auf dem letzten Treppenabsatz angekommen, bot sich ein beeindruckender Anblick: Zwei fast fertige Kreuzfahrtschiffe lagen uns in dieser riesigen Halle quasi zu Füßen.

An dem Tag hatten wir jedenfalls nur sehr begrenzt Zeit, da die Schiffe kurz vor dem Auslaufen waren und in diesen Zeiten jeder Mitarbeiter der Werft rotiert. Ich baute die Kamera sehr schnell auf und die Zeit reichte exakt für einen einzigen Schuss. Leider, denn als wir gerade gehen wollten, kam die Sonne heraus und die Halle verwandelte sich in ein großes Lichtspektakel, inszeniert von Richard Wagner und dem lieben Gott persönlich. Aber ohne aufgebaute Kamera und ohne Zeit…

»Da stand es in der Meyer Werft vor mir, ein halbiertes Kreuzfahrtschiff«

Michael Wessels jedenfalls sagte uns nach diesem Erlebnis sofort zu, dass wir noch einmal kommen dürften, um weiter zu fotografieren. Dann allerdings, so sagte er, wären die Schiffe nicht fast fertig, sondern noch im Bau. So war es dann auch und beim zweiten Termin standen wir tatsächlich vor einem halben Kreuzfahrtschiff mit direktem Blick in die Kabinen, in halbierte Treppenhäuser und in den offenen Rumpf. Was für ein Anblick!

Ich weiß auch noch, wie ich gleichzeitig gedacht habe, dass die Schiffe im Vergleich zu dieser Halle fast klein wirken. Kein Wunder, denn ich habe nicht nur in der größten Werft Deutschlands, sondern auch in einem der größten überdachten Baudocks der Welt gestanden.«

 

 

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlative? Melden Sie sich gerne bei uns per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

Die Bilder aus der Meyer Werft in Papenburg:

Lanxess-Arena – die größte Multifunktionsarena Deutschlands

Seit knapp 18 Jahren verteidigt sie nun schon ihren Titel als größte Multifunktionsarena Deutschlands: Die Lanxess-Arena in Köln. Konzerte, Sportveranstaltungen, Tagungen – all das findet auf beeindruckenden 83.700 Quadratmetern regelmäßig in der Stadt am Rhein statt.

Wir haben Tomasz Grenke, den Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit gebeten, uns die Lanxess-Arena vorzustellen:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Die Lanxess-Arena ist Deutschlands größte und bestbesuchte Multifunktionsarena und rangiert seit 2010 auch unter den Top 10 der besucherstärksten Arenen weltweit. Nicht nur Konzerthighlights internationaler Mega-Stars wie beispielsweise Paul McCartney, Tina Turner, Adele, Lady Gaga, U2 oder Justin Timberlake und Beyoncé finden hier statt.
Auch als herausragender Schauplatz des Sports ist die Lanxess-Arena immer wieder Gastgeber von Events der höchsten Kategorie. So stellen der VfL Gummersbach sowie die Kölner Basketballer in der Lanxess-Arena Zuschauerrekorde in Serie auf und die Finalspiele der Handball-WM 2007 sorgten mit ihrer emotionalen Kulisse und ihrer Atmosphäre weltweit für Aufsehen. Das Velux EHF Final 4 etablierte sich seit 2010 zum größten Indoor Sport-Event Europas und als emotionale Heimat der Kölner Haie schreibt der Kölner Stimmungstempel ebenso Eishockey-Geschichte wie als Austragungsort der IIHF Eishockey Weltmeisterschaften 2001, 2010 und 2017.
Besonders die IIHF 2010 Weltmeisterschaft wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Während des Turniers kamen insgesamt 331.802 euphorische Zuschauer aus aller Welt in die Kölner Lanxess-Arena und verfolgten 29 spannende Spiele der 16 weltbesten Eishockey-Nationen. Doch nicht nur im Kölner Stimmungstempel  selbst, sondern auch medial erreichte die IIHF Weltmeisterschaft bemerkenswerte Reichweiten: Weltweit verfolgten 650 Millionen Zuschauer in 100 Ländern die Begegnungen der 15 Spieltage live.
Neben Sport- und Entertainment-Events beherbergt die Lanxess-Arena auch internationale Konferenzen und Versammlungen sowie Jubiläen, Präsentationen und Hauptversammlungen der größten Wirtschaftsunternehmen. Durch die Auswahl an entsprechenden Räumlichkeiten mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, wie dem Backstage Restaurant, dem Henkelmännchen oder der gesamten Arena, sind Veranstaltungen wie Aufsichtsratssitzungen, Kongresse oder Betriebsfeiern mit einer Teilnehmerzahl von 50 bis zu 20.000 Personen möglich. Nicht selten finden verschiedene Großveranstaltungen an aufeinander folgenden Tagen statt.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlative wissen.
Deutschlands größte und bestbesuchte Multifunktionsarena verfügt über 18.000 Sitzplätze, 83.700 Quadratmeter Nutzfläche, Großleinwände für direkte Videoübertragungen, Restaurant, Bistro, Bars, Shops und natürlich modernste Bühnen-, Ton- und Lichttechnik.
Darüber hinaus beherbergen wir 60 Club-Logen mit acht, zehn oder zwölf Sitzplätzen und 100 Club-Boxen mit vier oder sechs Sitzplätzen. Den Club-Mitgliedern bietet die Lanxess-Arena umfangreiche Werbeleistungen.
Die Kapazität der Lanxess-Arena variiert zwischen 3.000 und 8.000 und in der kleinen Variante bis zu 20.000 Zuschauer in der Full-House Bespielung.
Die Bühne kann individuell, je nach Wunsch des Veranstalters, entweder als Centerstage oder Endstage genutzt werden.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ geworden?
Schon Mitte der 80er Jahre wünschten sich die Kölner eine »neue Veranstaltungshalle«. Über zehn Jahre mussten sie warten. Und dann wurde im Oktober 1998 in Köln nicht etwa irgendeine neue Halle eröffnet, sondern Deutschlands größte und modernste Arena. War auch der Standort für diese innerhalb Kölns zunächst strittig, so war man sich über eines immer einig: Das geplante Projekt durfte die städtische Kasse nicht belasten, es musste ein privater Investor gefunden werden. Entsprechende Bemühungen mündeten 1989 in mehrere Angebote – darunter so gewaltige Baupläne, dass in Köln gar kein geeigneter Platz zu finden gewesen wäre. Nach einem Tauziehen zwischen den jeweiligen Befürwortern der einzelnen Modelle schien 1989 die Entscheidung gefallen: Der Kölner Rat votierte für den Bau des »EuroPalastes« der »Initiative Kölner Mehrzweckhalle«.
Doch schon kurze Zeit später die Wende: Die hier beteiligte Strabag Bau AG zog ihr Vorhaben zurück. Der Frankfurter Baukonzern Philipp Holzmann AG präsentierte seine Pläne. Das von ihm beauftragte Kölner Architekturbüro Böhm legte einen Entwurf vor, wie die vom Friedrichshafener Architekt Wund geplante Arena ins Kölner Stadtbild integriert werden könnte. Der von der Presse als »Ei des Kolumbus« bezeichnete Clou: Das große Oval der Halle wurde auf dem ehemaligen Deutzer Festplatz in einen künstlichen Hügel eingebettet, durch den auch die Opladener Straße führen sollte.
Dieses Konzept überzeugte die Verantwortlichen: 1991 entschied die Verwaltung zugunsten des Holzmann-Projekts »Kölnarena«. SPD, CDU und FDP gaben im Rat ihre Zustimmung zur Errichtung der »Mehrzweckhalle« in Deutz. Mit dem Baukonzern wurde die Rahmenvereinbarung über den Bau der Lanxess-Arena und den Verkauf der Grundstücke an den Investor und Bauherrn »Immobilienfonds Köln-Deutz Arena und Mantelbebauung GbR« beschlossen.

Die Kölnarena Management GmbH, die als Betreibergesellschaft für den Betrieb und die Vermarktung der Halle verantwortlich zeichnet, wird von der durch Privatinvestoren gegründeten Kölnarena Beteiligungs GmbH getragen. Der Kölner Unternehmer Ralf Bernd Assenmacher ist Geschäftsführender Gesellschafter der Kölnarena Beteiligungs GmbH sowie Vorsitzender der Geschäftsführung der Kölnarena Management GmbH. Weiterer Geschäftsführer ist Herr Stefan Löcher.

Am 28. Juni 1996 überreichte der damalige Oberstadtdirektor Lothar Ruschmeier die Baugenehmigung für das ausschließlich privat finanzierte Lanxess-Arena-Projekt; im Juli wurde der erste Spatenstich getan: Der Bau der langersehnten Lanxess-Arena begann. Neben ihr entstand als Mantelbebauung der Bürokomplex »Rathaus Deutz«, den als Hauptmieterin die Stadt Köln mit rund 3.000 Verwaltungsmitarbeitern bezog.

Heute ist die Lanxess-Arena nicht nur die größte und bestbesuchte Multifunktionsarena Deutschlands, sondern auch weltweit eine der führenden Arenen.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt »Superlative – Made in Germany« mitzumachen?

Uns hat Ihr Projekt und die Idee dahinter sofort angesprochen. Wir fühlen uns geehrt und freuen uns sehr darüber, dass Sie uns für Ihr Projekt »Superlative – Made in Germany« ausgewählt haben und wir ein Teil des Gesamtbildes des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stands Deutschlands sein dürfen.

Selbsverständlich wollten wir auch von Christoph Morlinghaus wissen, wie das Superlative-Shooting in Köln für ihn war:

»Die Lanxess-Arena stand auf meiner Superlative-Wunschliste ganz weit oben: mich fasziniert der Bau und meine Idee dazu war, in dieser imposanten Halle eine konzentrierte Konzertatmosphäre einzufangen.

Das stellte sich als eine echte Herausforderung heraus, denn die Lichtshow während des Konzertes – gespielt hat Schiller – war von schnellen und hellen Lichtwechseln geprägt. Und natürlich durfte kein Spot direkt ins Objektiv fallen, denn dann wäre das Bild sofort hin gewesen. Ich stand also neben der Kamera und habe quasi jeden Lichtstrahl argwöhnisch und einzeln verfolgt. Sobald die direkte Einstrahlung drohte, habe ich sofort einen Schieber vor die Optik gehalten…

Dazu kam außerdem noch zweierlei: Erstens, dass ich die Belichtungszeit bei der ständig wechselnden Lichtsituation bestenfalls grob schätzen konnte. Und zweitens, dass die Kamera total vibriert hat – die Bässe haben derartig gewummert, dass sich das bis auf die Balustrade übertragen hat, auf der wir standen.

Das alles zusammen hat mich schon zweifeln lassen, ob auf dem Bild überhaupt irgendetwas zu sehen und scharf sein würde. Aber es hat funktioniert.«

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

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Die Bilder aus der Lanxess-Arena in Köln:

Commerzbank Tower – das höchste Gebäude Deutschlands

65 Stockwerke hoch, mit 18.800 Tonnen doppelt so viel verbauter Stahl wie beim Eiffelturm, neun innenliegende Gärten, 200.000 Tonnen schwer und bis zur letzten Antennenspitze 300 Meter hoch: Der Commerzbank Tower in Frankfurt ist bereits seit 1997 ein »Superlativ – Made in Germany«, denn er ist seither das höchste Gebäude Deutschlands.

Im Jahr 2017 wird das Gebäude – entworfen und entwickelt von der englischen Architektenlegende Sir Norman Foster – 20 Jahre alt. Sein Alter sieht man ihm aber mitnichten an; der Commerzbank Tower war schon 1997 und ist bis heute ein mutiges Baustück mit einem darin umgesetzten nachhaltigen, ökologischen und innovativen Grundgedanken.

Wir haben Ines Hennig, die Pressesprecherin der Commerzbank AG, einige Fragen zu »Ihrem« Superlativ gestellt:

Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen vor.
Die Commerzbank ist eine führende, international agierende Geschäftsbank mit Standorten in mehr als 50 Ländern. Mit den beiden Geschäftsbereichen Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden bietet die Bank ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen, das genau auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten ist. Die 1870 gegründete Bank ist an allen wichtigen Börsenplätzen der Welt vertreten.

Bitte lassen Sie uns einige Daten und Fakten zu Ihrem Superlativ wissen.
Das Commerzbank-Hochhaus hat schon Mitte der 1990er Jahre architektonisch sowie funktional Zeichen gesetzt, die weit über Frankfurt hinaus gewirkt haben. Bereits in der Planung wurden Nachhaltigkeitsaspekte, wie die Umweltverträglichkeit der verwendeten Baustoffe, energiesparende Beleuchtung und ein umfangreiches Wassereinsparkonzept berücksichtigt. Diese Ansätze waren Anfang der 1990er Jahre der Zeit weit voraus.

Ein paar Sätze zur Historie: Wie ist Ihr Superlativ zu einem Superlativ gworden?
Der 1997 nach drei Jahren Bauzeit eröffnete Commerzbank-Tower ist mit 259 Metern das höchste Gebäude Deutschlands. Bis 2003 war er sogar der Rekordhalter in ganz Europa. Das Gebäude prägt die Skyline der Bankenmetropole Frankfurt wie kein anderes. Von Anfang an bis heute wird das Hochhaus von der Commerzbank als Hauptzentrale genutzt. Es wurde von dem britischen Star-Architekten Sir Norman Foster entworfen. Eine Besonderheit sind die Gärten, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Planung von Sir Norman Foster betraf die Entwicklung einer nachhaltigen Gebäudetechnik. Das seinerzeit hochinnovative Konzept basiert insbesondere auf der doppelschaligen Klimafassade aus Glas, die an neun Monaten im Jahr eine natürliche Belüftung ermöglicht und fast im gesamten Gebäude eine Klimaanlage überflüssig macht. Norman Foster selbst bezeichnete das Gebäude daher nicht ohne Grund als »weltweit erstes ökologisches Hochhaus«. Zuletzt wurde der Commerzbank Tower mit dem Green Building Award der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet.

Was hat Sie gereizt, bei dem Projekt „Superlative – Made in Germany“
mitzumachen?
Das Gebäude ist seit seiner Erstellung ein Superlativ, daher stellt es für solch ein Projekt einen integrativen Bestandteil dar. Zudem feiert das Gebäude 2017 seinen 20. Geburtstag, umso mehr ein Grund für die Teilnahme.

Und natürlich wollten wir auch von Superlative-Fotograf Christoph Morlinghaus wissen, wie es war, das höchste Gebäude Deutschlands zu fotografieren:

»Auf das Shooting im Commerzbank-Tower habe ich mich gefreut, denn ich bin ein unglaublicher Fan von Sir Norman Foster. Das geht zurück zu den Anfängen meiner Fotografie in Lüdenscheid, wo mich während meiner Zeit bei ERCO-Leuchten der Designer Otl Aicher sehr beeinflusst hat. Und der seinerseits wiederum viel mit Sir Norman Foster gearbeitet hat – so wurde etwa die Beleuchtung des Commerzbank-Towers mit ERCO-Beleuchtungssystemen ausgestattet.

Schon bei der Vorabbesichtigung des Gebäudes war ich sehr beeindruckt. Frau Hennig führte uns ganz hinauf, bis in die Vorstandsebenen, auf die ich neugierig war. Es hat mich überrascht, wie sachlich und prunklos die Räume gestaltet sind.

Einen Standpunkt für das Foto zu finden war schwer, denn ich wollte weder das Gebäude von außen zeigen, noch die Höhe mit einem Blick aus einem der oberen Stockwerke zeigen – ich wollte nicht illustrieren, sondern symbolisieren.

Letztlich entschieden habe ich mich dann für den erst unscheinbar wirkenden, aber doch sehr spektakulären Blick durch das ganze Gebäude. Im Foyer des Towers ist es eine Bronzeplatte im Boden eingelassen – in Form des Commerzbank-Logos, das sich übrigens in der Form des Gebäudes wieder findet – von der man über die Mittelachse durch die ganzen 65 Stockwerke schauen kann. Diesen Blick auf ein Foto zu bringen war eine Herusforderung, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden.

Nichtsdestotrotz würde ich gerne nochmal in Frankfurt fotografieren, denn die neun Gärten in dem Gebäude sind toll, die Vorstandsetage würde mich schon noch reizen (an unserem Shooting-Tag war Vorstands-Sitzung, so dass wir nicht in die Räume konnten) und noch einiges mehr. Vielleicht ergibt sich ja noch einmal die Möglichkeit…«

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer und den Artikel geschrieben hat Edda Fahrenhorst.

**Haben Sie auch ein spannendes Superlative? Melden Sie sich gerne bei uns per EMAIL. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

Die Bilder aus dem Commerzbank Tower in Frankfurt:

 

»Eine aufreibende und aufregende Erfahrung« – Christoph Morlinghaus im Gespräch

In den ersten 20 »Superlative – Made in Germany« stecken 8.136 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland, 214 belichtete 8×10“ Farbnegativfilme, 8 Wochen Fotografie, ungezählte Arbeitsstunden von 5 Menschen und noch einiges mehr. Wir haben Christoph Morlinghaus, den Superlative-Fotografen, zu seinen Erfahrungen befragt:

Christoph, die ersten 20 »Superlative – Made in Germany« sind fotografiert. Hattest Du Dir vor Beginn der Reise durch Deutschland vorgestellt, dass Du die erste Phase mit so vielen großartigen Erfahrungen und Bildern abschließen würdest?
Ganz ehrlich? Ich dachte schon, dass das gut werden würde. Wir, also Edda Fahrenhorst von fotogloria und ich, hatten ja vorher schon lange nach tollen Superlativen gesucht und auch eine lange Liste zusammengestellt. Aber wenn dann die Motive – die Du Dir vorher nur erhofft und erträumt hast – real werden, dann ist das schon großartig. Und natürlich erlebt man auf einer zweimonatigen Reise durch Deutschland auch so allerhand… Also alles in allem: Meine ohnehin schon hohen Erwartungen wurden tatsächlich noch übertroffen.

Was war denn die größte Herausforderung während Deiner Reise?
Nicht wahnsinnig zu werden! Das war eine aufreibende und aufregende Erfahrung. Alleine was es heißt, die etwa 110 Kilo Equipment immer wieder durch die Gegend zu schleppen – ok, das habe ich nicht alleine gemacht, sondern hatte Hilfe von meinem Assistenten Raphael Janzer – aber schon die Logistik, immer alles sortiert, griffbereit und einsetzbar zu halten… Dann immer wieder viele Stunden im Auto, gerne auch mal nachts oder in Staus. Und wo wir schon bei der Nacht sind: Es gab Shootings, die konnten nur mitten in der Nacht stattfinden, wie etwa das im Casino Baden-Baden, wo wir nur nach dem normalen Spielbetrieb rein durften, aber vor den Touristen-Rundgängen wieder raus mussten. Dann der ständige Bettenwechsel: Wir haben uns durch Deutschlands Billigpensionen geschlafen und gegessen, das war teilweise schon sehr speziell. Wirklich hart war auch das Freibier auf dem Oktoberfest…

Im Ernst: Wirklich herausfordernd für mich war es dabei mein kindliches Staunen und die Neugierde für jede neue Location zu bewahren und natürlich die ganze Zeit die Konzentration für die Fotos aufrecht zu erhalten. Ich habe ganz am Anfang ein wirklich, wirklich gutes Bild in den Hallen von Airbus fast verpasst, weil ich vor lauter Aufregung vergessen hatte, den Schieber für die Belichtung zu ziehen, das war ganz unangenehm. Es galt also, trotz dieses überwältigenden Projektes im Rücken, eine Professionalität herzustellen, die es mir erlaubte, gute Bilder zu machen.

Christoph Morlinghaus fotografiert in der Helios-Klinik in Hamburg

Christoph Morlinghaus fotografiert in der Helios-Endo-Klinik in Hamburg

Welcher Moment war denn der Atemberaubendste der Reise?
Ganz klar der größte Operationssaal Deutschlands in der Helios-Klinik in Hamburg. Wir durften im OP während der vielen und auch parallel laufenden Operationen dabei sein und fotografieren. Es war unglaublich für mich, all die Sinneseindrücke zu verarbeiten und in einem Bild umzusetzen: Es war laut, die Geräusche reichten von Bohrmaschinen bis zum Stimmengewirr der vielen verschiedenen Gespräche an den Tischen. Es roch streng nach Blut und angesengten Knochen. Dazu die lockere Stimmung derjenigen, die das alltäglich machen, plus dem eigentlichen archaischen Akt des Operierens, das aber wiederum mit höchster Präzision und in einer sehr modernen, hochtechnisierten Umgebung. Das alles zusammen war eine einzigartige Erfahrung.

Welcher Moment hat Dich Nerven gekostet?
In den Eingeweiden des Frankfurter Flughafens haben mich die Motive reihenweise angesprungen, aber die Zeit war sehr limitiert. Da musste ich, auf einem Geländer mich und die Kamera irgendwie balancierend, einfach einen frustrierten Urschrei von mir geben, der aber dankenswerterweise ungehört verhallte, da es in besagten Katakomben sehr laut war. Das ist immer das Schlimmste für mich: Wenn ich bei einer tollen Location fotografiere, aber dann Abstriche wegen Zeitdruck machen muss… Aber alles in allem sind ja trotzdem zwei gute Bilder entstanden.

Christoph Morlinghaus fotografiert die Gepäcklogistik des Frankfurter Flughafens

Christoph Morlinghaus fotografiert die Gepäcklogistik des Frankfurter Flughafens

Welche war die schönste Erfahrung der Reise?
Das alle Menschen, und zwar wirklich alle, die wir in den Unternehmen und Institutionen getroffen haben, sehr hilfsbereit, zuvorkommend, effektiv, positiv und einfach toll waren. Egal wo wir hingekommen sind, wurden wir mit offenen Armen empfangen und es haben sich über die Dauer der Zusammenarbeit immer ganz schnell regelrechte Teams gebildet: Etwa bei Hermes haben uns zwei Damen zwei Tage begleitet – wir waren ganz schnell beim Du, sie haben sofort mit angepackt, assisitiert, mitgedacht, sind einfach so mit ganzem Herzen in das Projekt eingetaucht. Das hat mich echt beeindruckt. Und sehr gefreut.

Gab es einen weiteren besonderen Moment?
Ja, den gab es in der Tat und zwar mitten in der Nacht in Emsbüren. Wir waren fertig mit den Fotos im größten Gewächshaus Deutschlands, mein Assistent Raphael war schon auf dem Heimweg und ich war ziemlich spät abends alleine unterwegs auf der Suche nach etwas Essbaren, allerdings ohne Erfolg. Ich habe dann mitten auf der Straße einen Mann angesprochen und ihn gefragt, ob er mir ein Restaurant, Imbiss, Kiosk, irgendwas sagen kann, das noch offen hat, aber der Mann verstand kein Wort deutsch und war ganz offensichtlich aus dem arabischen Raum. Ich habe es trotzdem irgendwie geschafft, mich verständlich zu machen und er hat mir bedeutet, ihm zu folgen und ist dann mit dem Fahrrad etwa zehn Minuten vor mir und meinem Auto durch die Nacht gefahren und hat mich zu dem einzigen noch offenen Laden im Ort, der überhaupt noch Nahrung angeboten hat, geführt. Das war wirklich besonders.

Nun zur eingesetzten Technik: Mit welchen Equipment hast Du fotografiert?
Die schwere Kamera ist die Sinar P2. Die leichte Fachkamera, wenn man mal irgendwo viele Treppen hochmusste, ist die Canham JMC 810. Als starkes Weitwinkel hatte ich das Sinaron W 155mm, als gemäßigtes Weitwinkel dass Schneider Super Symmar 110XL, als Standardobjektiv  das Sinaron SE 300 mm, als ganz leichtes Tele APO Sinaron 360 mm und als leichtes Tele das Nikkor M 450 mm mit. Dazu natürlich Stative, Sinar Adhäsie Filmkassetten 8×10“ und dazu den besten Film, auf dem ich je fotografiert habe: den Portra 400, 8×10“ von Kodak Alaris.

Christoph Morlinghaus fotografiert mit der Sinar P2.

Christoph Morlinghaus fotografiert mit der Sinar P2.

Wieso fotografierst Du analog und das auch noch mit einem vermeintlich fotografischen Dinosaurier?
Ich stelle mir meine Bilder immer als größten fotografischen Abzug auf 1,80 x 2,25 Metern vor. Da soll man aus vier Metern Entfernung draufschauen können, um das Ganze zu erfassen, man soll aber auch ganz dicht rangehen können und noch das kleinste Detail unverpixelt und scharf sehen können – das gehört für mich zu dem perfekten Bild dazu.

Und in meinen Bildern versuche ich immer die größtmögliche Perfektion zu erlangen, natürlich auch in technischer Hinsicht. Und die ist meiner Meinung nach nur mit der Fachkamera auf 8×10“ Film möglich. Das hat zwei Gründe: 1. Nur die Fachkamera hat die Möglichkeiten der extremen Verschiebung, so behalte ich die absolute Perspektivkontrolle ohne Verzerrung der Linien. 2. Diese extreme Verschiebung wird nur vom analogen Film entsprechend aufgefangen, das schafft kein digitaler Sensor.

Aber ich will gar nicht zu sehr auf technische Details eingehen. Am Besten erklären kann ich meine Arbeitsweise vielleicht mit einem Vergleich: Warum hört man sich ein Musikstück lieber in einer Philharmonie an, als aus einem Kofferradio? In einer Philharmonie erlebt man die Musik ganz anders – das Stück wird durch die besondere Akustik des Raumes aus viel mehr verschiedenen, wahrnehmbaren Klängen zusammen gesetzt, die für das geübte Ohr sogar einzeln erkennbar sind, die sich aber auch für das ungeübte Ohr zu einem viel volleren und detaillierterem, gemeinsam harmonierendem Klang zusammen setzen. Ein Konzert in einer Philharmonie hat also einen ganz anderen und viel höheren Anspruch daran, Qualität erlebbar zu machen.

Und so ist es doch in jeder Disziplin: Es gibt immer ein paar Leute, die sich ungeachtet aller Kosten und größter Mühen auf den Weg machen, das eigentlich Unmögliche zu erreichen – die Perfektion in Qualität und Ausführung. Und das ist es, was ich auch anstrebe – die größtmögliche Qualität in der Fotografie.

Christoph Morlinghaus im größten Kino Deutschlands, der Lichtburg in Essen.

Christoph Morlinghaus im größten Kino Deutschlands, der Lichtburg in Essen.

Und warum fotografierst Du ausschließlich mit vorhandenem Licht?
Weil es überall genug Licht gibt. Das beste Beispiel: Ich habe das größte Kino, die Lichtburg in Essen, fotografiert und wollte das unbedingt während der stockdunklen Vorstellung nur mit dem Licht der Projektion machen. Alles in allem habe ich letztlich dann etwa zwei Stunden lang belichtet und voilá, es gab mehr als genug Licht.

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, den ich fast wichtiger finde, auch wenn er sich etwas esoterisch anhört: Ich mag es sehr, Zeit zu fotografieren. Wenn ich zwei Stunden belichte, dann schaffe ich es, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – je nach zeitlichem Standpunkt – in einem Bild festzuhalten und zu zeigen. Etwas, das  nur in der Fotografie möglich ist.

Apropos Zeit, Deine Fotografie ist sehr zeitintensiv – bitte beschreibe, wie Du Dich Deinen Motiven näherst und was es dann heißt, ein Foto zu machen.
Bei der Motivsuche bin ich langsam, sehr langsam. Ich halte es da frei nach Michelangelo: Das Bild ist schon da, man muss es nur finden. Es gilt also, komplett in den Ort – was auch immer es für einer ist – einzutauchen, Perspektiven zu erforschen, Stimmungen und Schwingungen einzufangen, um dann DAS Motiv einzukreisen und zu entdecken. Das kann dauern. Das Foto zu machen ist dann vergleichsweise schnell, auch wenn die Kamera aufzubauen und einzurichten auch einen Moment dauert.

Christoph Morlinghaus im Casino Baden-Baden.

Christoph Morlinghaus im Casino Baden-Baden.

Hast Du ein Lieblingsbild?
Nein. Oder besser gesagt: Das wechselt jeden Tag, denn jedes Bild ist in meiner Erinnerung natürlich mit vielen verschiedenen Erinnerungen, Erfahrungen und Emotionen verknüpft. Natürlich ist das Bild aus dem OP immer sehr präsent. Aber ebenso die Bilder von der Meyer Werft, die schiere Größe der Hallen und Schiffe hat für mich eine unglaubliche Wucht. Oder das größte Gewächshaus mit den nahezu unendlichen Reihen an gleichförmigen Pflanzen. Oder natürlich die riesige und grob in die Natur eingreifende Fläche von Garzweiler. Genau genommen, ist mir von den 20 fotografierten Superlativen jedes Motiv und jedes Bild davon sehr nah.

2017 sollen viele weitere Superlative fotografiert werden – was wünschst Du Dir dafür?
Zeit, viel Zeit. Und dass ich wieder so viele freundliche und hilfsbereite Menschen treffe. Natürlich auch neue, überraschende Motive. Und ich hätte gar nichts dagegen, wenn aus all den Bildern irgendwann eine große Ausstellung und ein Bildband entstehen würden…

 

 

*Haben Sie auch ein spannendes Superlative? Melden Sie sich gerne bei uns unter: info@superlative-made-in-germany.de. Wenn Sie mögen, können Sie sich auch gerne bei unseren »Fragen und Antworten« umsehen. Wir sind gespannt auf Ihre Ideen.

**Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer..

»Superlative – Made in Germany»: Eine Idee entsteht

Es ist die fotografisch-organisatorische Königsdisziplin: Ein freies fotografisches Projekt anzustoßen und in der Größenordnung der »Superlative – Made in Germany« auch tatsächlich zu realisieren. Gemeinsam haben sich Edda Fahrenhorst, Mitgründerin und -inhaberin der Agentur fotogloria | büro für fotografische zusammenarbeit und der Fotograf Christoph Morlinghaus dieser Aufgabe gestellt.

Zu den Anfängen: Wie kam es dazu, dass Ihr zusammen arbeitet?
Christoph Morlinghaus: Anfang 2014 hatte ich mit Blick auf meine Arbeiten und meine Kunden festgestellt, dass ich gerne mehr in Richtung Industrie und vor allem auch mehr in Deutschland machen würde. Ich habe dann ganz schlicht gegoogelt und fotogloria wurde mir ziemlich sofort zur Kombination Fotografie und Industrie angezeigt. Mit Blick auf die Website war klar, dass die Agentur genau das macht, was ich mir vorgestellt habe. Also habe ich mich hingesetzt und eine Email geschrieben.

Edda Fahrenhorst: Die ersten Emails, die hin- und hergingen, habe ich sogar noch irgendwo, denn das war bereits zu dem Zeitpunkt ein sehr nettes Gespräch. Und spätestens nachdem wir das erste Mal gemeinsam an einem Tisch gesessen haben war klar, dass wir ähnliche Ideen zur Fotografie haben – wenn auch aus verschiedenen Ecken kommend – und entsprechend sehr gut zusammen passen könnten.

Warum wolltet Ihr ein freies fotografisches Projekt realisieren?
Edda Fahrenhorst: Die tägliche Arbeit in unserer Agentur fotogloria ist es unter anderem, Unternehmen und Institutionen im fotografischen Hinblick auf ihre Unternehmenskommunikation zu beraten und dann den dazu passenden Fotografen zu vermitteln. Das ist spannend und macht großen Spaß, die Fotografie ist aber natürlich immer sehr eng an die Vorstellungen der jeweiligen Unternehmenskommunikation gekoppelt. Da das auch für Christophs Arbeit gilt, waren wir einfach daran interessiert, ein eigenes Thema auszuarbeiten, mit dem wir einen freien inhaltlichen und fotografischen Blick auf einen Sachverhalt werfen können.

Christoph Morlinghaus: Es erschien uns außerdem sinnvoll, zusammen zu arbeiten. So konnte jeder von uns seine Stärken und Erfahrungen einbringen. Außerdem habe ich immer wieder in meiner Laufbahn Projekte gemacht und es war mir einfach wichtig, mal wieder frei zu arbeiten.

Apropos eigenes Thema: Wie kam es zu der Idee zu »Superlative – Made in Germany«?
Edda Fahrenhorst: Im Sommer 2015 haben wir beschlossen, gemeinsam ein freies Projekt zu realisieren. Für mich war von Anfang an dabei wichtig, dass wir einen zeitgemäßen, umfassenden und möglichst viele wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte abdeckenden Blick auf Deutschland werfen. Ich habe mich also erneut in Christophs Arbeit vertieft und bin seine bisherigen Arbeiten durchgegangen. Dabei haben sich zwei Punkte herauskristallisiert:  Christoph hat überhaupt keine Angst vor Größe, was man etwa bei seinem Projekt »Form and Faith« über gigantische Kirchbauten in den USA sehen kann. Das ist jedenfalls, fotografisch betrachtet, eine echte Besonderheit, denn wer behält schon einen kühlen Kopf angesichts riesiger Dimensionen, die konzentriert auf ein Bild gebannt werden sollen. Und zweitens: Christophs Bilder sind außergewöhnlich – sie zeigen einen außergewöhnlichem Blick und sind von außergewöhnlicher fotografischer Qualität.
Wortwörtlich »über Nacht« ist dann Anfang dieses Jahres aus Inhalt und Fotografie das Thema »Superlative – Made in Germany« geworden.

 

Christoph, konntest Du Dich sofort mit dem Thema identifizieren?
Christoph Morlinghaus: Ja, dass konnte ich. Mich hat Größe schon immer interessiert und ich habe in den USA schon einige Superlative fotografiert, ich war beispielsweise auf dem größten Solarfeld oder im größten Gewächshaus, auf Ölfeldern oder in unterirdischen Labyrinthen. Insofern war die Idee perfekt für mich und meine Fotografie.

Ein Projekt in der Größenordnung hängt im ersten Schritt ganz stark von der Finanzierung ab, wie habt Ihr das geschafft?
Christoph Morlinghaus: Wir hatten dafür intern eine Abmachung: Wenn ich mit dem Projekt das Stipendium der VG BildKunst in voller Höhe zugesagt bekomme, dann starten wir.

Edda Fahrenhorst: Das Stipendium und damit auch der Startschuss für das Projekt kamen Mitte Juni und wir haben uns riesig gefreut. Aber es war auch klar, dass wir noch viel mehr Unterstützung brauchen würden und die haben wir auch bekommen – sowohl in der Kooperation mit dem BDI als auch durch Kodak Alaris, die uns viele Großbildfilme zur Verfügung gestellt haben oder auch durch Olympus und die Agentur UP there, everywhere, die uns toll unterstützt haben. Ihnen allen gilt unser großer Dank. Und natürlich haben wir selber ungezählte Arbeitsstunden und auch viele Euro in das Projekt gesteckt.

Wie habt Ihr die Durchführung des Projektes organisiert?
Christoph Morlinghaus: Zuerst haben wir eine Liste mit etwa 35 Wunsch-Superlativen durch alle Themenbereiche recherchiert.

Edda Fahrenhorst: Von denen wir mindestens zehn realisieren…

Christoph Morlinghaus: …aber eigentlich 20 fotografieren wollten. Und die 20 sind es dann auch geworden!

Edda Fahrenhorst: Jedenfalls habe ich eben jene Superlative, genauer gesagt natürlich die Unternehmen und Institutionen, angeschrieben und angerufen. Nicht immer bin ich sofort bei der richtigen Person angekommen, aber ich wurde immer so lange weiterverbunden, bis ich bei dem zuständigen Ansprechpartner gelandet bin. Dabei war meine fabelhafte Erfahrung: Ich bin fast überall sofort auf offene Ohren und Türen gestoßen!

Christoph Morlinghaus: Ich bin dann Anfang August aus Miami – wo ich seit ein paar Jahren wohne – nach Deutschland gekommen und habe mich relativ bald gemeinsam mit meinem Assistenten Raphael Janzer auf den Weg durch Deutschland gemacht.

Edda Fahrenhorst: Schon während Christoph auf der Reise war und die ersten Superlative fotografiert hatte, habe ich immer weiter Termine gemacht und Christoph und Raphael ziemlich im Zickzack durch Deutschland geschickt…

Christoph Morlinghaus: …wobei wir insgesamt über 8.000 Kilometer gefahren sind.

Edda Fahrenhorst: 20 Superlative später war die Phase der Fotografie dann vorbei und für mich war es an der Zeit, mich in die Gedanken um Superlative-Website & Co. zu vertiefen. Für Christoph folgte dann nochmal ein ganz großer Brocken Arbeit.

Christoph Morlinghaus: Ja, ich habe, zurück in Miami, erstmal alle Filme entwickelt und gescannt. Aber ganz reibungslos ging das auch nicht: Direkt nach meiner Landung musste ich nämlich zuallererst mein gesamtes Equipment zusammenpacken und vor Hurricane Matthew in Sicherheit bringen. Das war meine erste Zwangspause. Die zweite kam etwa drei Wochen später: Mein Rechner, der mit dem Scanner zusammen läuft, ist kaputt gegangen. Das hat mich dann noch mal eine Woche Zeit, viel Geld und am allermeisten Nerven gekostet. Aber letztendlich konnte ich Mitte November endlich alle Bilder zu Edda schicken.

Was war denn die größte organisatorische Herausforderung?
Edda Fahrenhorst: Die Zeit war sehr kurz. Wir haben vom eigentlichen Startschuss Mitte Juni bis zum letzten Foto am 2. Oktober entsprechend in nur dreieinhalb Monaten alle Superlative plus Sponsoring organisiert und durchgezogen, das war schon sportlich. Aber ehrlich gesagt entspricht uns dieses Tempo, wir laufen alle zur Höchstform auf, wenn der Druck steigt…
Apropos alle – Christoph und ich haben das Projekt natürlich nicht alleine gestemmt. An der Realisierung waren ebenso meine Kollegen Mike Gamio und Jochen Raiß nicht unerheblich beteiligt. Mike ist etwa viel mit Christoph zusammen zu den Terminen gefahren, ist verantwortlich für den Bau der Superlative-Website und vieles andere mehr.  Jochen hat einiges recherchiert und ein paar Wege zu Unternehmen gebahnt und beide gemeinsam haben uns den Rücken in der Agentur frei gehalten – ohne dem hätten wir gar nicht so intensiv an dem Projekt arbeiten können. Und dann war natürlich noch Raphael Janzer an dem Projekt beteiligt. Ursprünglich als Assistent geplant, hat er schon vom ersten Tag an die gesamte Projektdokumentation in Foto und Film übernommen und seine Sache wirklich mehr als großartig gemacht. Seine Arbeit ermöglicht uns einen tiefen Einblick in Christophs Arbeitsweise und nimmt uns mit auf die Reise zu den Superlativen – die Bilder sind übrigens auf unserem Superlative-Instagram-Account zu sehen. Insgesamt: Ein wirklich tolles Team, mit dem es Spaß macht, zu arbeiten!

Von links nach rechts: Mike Gamio (fotogloria), Edda Fahrenhorst (fotogloria), Raphael Janzer (Projektdokumentation und Assistenz), Christoph Morlinghaus (Fotograf Superlative) und Jochen Raiß (fotogloria)

Für 2017 ist geplant, viele weitere Superlative zu fotografieren – wie ist es dazu gekommen?
Edda Fahrenhorst: Das hat mehrere Gründe. Der erste ist, dass es noch sehr, sehr viele spannende Superlative in Deutschland zu entdecken gibt. Der zweite ist, dass wir in der ersten Phase gar nicht alle Superlative fotografieren konnten, so haben wir bereits Zusagen etwa von dem dem modernsten Luftdrehkreuz der DHL, von dem modernsten Konzertsaal Deutschlands, der Elbphilharmonie, von dem größten Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr und noch einige andere mehr. Und dann ist natürlich noch die Partnerschaft mit dem Bundesverband der deutschen Industrie e.V., dem BDI, zu nennen, denn: Gemeinsam mit dem BDI gehen wir auf die Suche nach den spannendsten Superlativen und sprechen gemeinsam Unternehmen in Deutschland an. Ich bin mir sicher, dass wir als Ergebnis dieser Suche noch viele interessante »Superlative – Made in Germany« finden werden.

Christoph Morlinghaus: Neben den genannten Gründen planen wir vor allem, aus den Bildern eine große Ausstellung und einen opulenten Bildband zu machen. Und dafür sind 20 einfach noch nicht genug. Ich würde gerne 50 Superlative fotografieren. Oder vielleicht sogar 100.

Und welche Superlative wünscht Ihr Euch noch?
Edda Fahrenhorst: Die genannten sind schon klasse, da freue ich mich drauf. Ich persönlich würde gerne noch mehr zum Thema Forschung machen, das Fraunhofer-Institut etwa arbeitet an so vielen spannenden und zukunftsweisenden Themen, das Helmholtz-Institut sicher auch. Und das Goethe-Institut…

Christoph Morlinghaus: Forschung finde ich auch spannend. Mich interessiert außerdem das Thema Massenlandwirtschaft – ich würde etwa gerne die größte Geflügelzucht Deutschlands fotografieren, aber da ist nicht ganz leicht dranzukommen. Die gelbe Wand beim Revierclub BVB wäre auch super. Oder die teuerste Baustelle Deutschlands, den Berliner Flughafen. Die Nationalbibliothek würde mich sehr interessieren und als Energieerzeuger würde ich gerne das größte Atomkraftwerk fotografieren… Es gibt da draußen noch sehr viel zu tun!

 

*Der Superlative-Fotograf ist Christoph Morlinghaus, organisiert wird das Projekt von fotogloria|büro für fotografische zusammenarbeit  und die Projektdokumentation ist von Raphael Janzer.

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Kooperationspartner: Der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)

In Kooperation mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) gehen wir gemeinsam auf Unternehmen und Institutionen zu.

 

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*Der BDI ist die Spitzenorganisation der deutschen Industrie und der industrienahen Dienstleister. Er spricht für 36 Branchenverbände und mehr als 100.000 Unternehmen mit rund 8 Millionen Beschäftigten. Er transportiert dabei die Interessen der deutschen Industrie an die politisch Verantwortlichen und unterstützt damit die Unternehmen im globalen Wettbewerb.

 

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